Deutsche Technologien zum Klimaschutz in Schwellenländern reduzieren nicht unsere Verantwortlichkeit für nationale Emissionen.

UnternehmensGrün e.V., Bundesverband der Grünen Wirtschaft wendet sich entschieden gegen Äußerungen des BDI-Präsidenten Jürgen Thumann, wonach er mit Blick auf die Kabinettsklausur auf Schloss Meseberg am 23. und 24. August dafür plädiert, dass „mit deutschen Klimatechnologien die Treibhausgasemissionen in anderen Ländern – vor allem den Schwellenländern – zu senken seien“. „Diese Haltung und Signalwirkung seitens des Wortführers der deutschen Industrie ist unverantwortlich“, so Nina Scheer, Geschäftsführerin von UnternehmensGrün. Nicht nur das Zuwachspotential an heimischen Arbeitsplätzen und eine mit dem hiesigen Ausbau klimafreundlicher Technologien zusammenhängende volkswirtschaftliche Entlastung werde dabei klein geredet. Problematisch sei vor allem, dass mit derartigen Forderungen der Blick für Verantwortlichkeiten von Treibhausgasemissionen verwässert werde.

„Die Industrienationen haben zudem für die Entwicklungs- und Schwellenländer eine nicht zu unterschätzende Vorbildfunktion. Aufgrund eines so zu erwartenden und in der Vergangenheit bereits bewiesenen Nachahmeffektes müssen klimaschützende Technologien dort eingesetzt werden, wo es angesichts ihrer Quantität am dringlichsten ist, Emissionen zu vermeiden. Alles andere wäre unglaubwürdig und global betrachtet unverantwortlich“, so Nina Scheer. BDI-Präsident Thumann solle sich den Realitäten stellen, wonach die einzige von ihm angemahnte Bezahlbarkeit von Klimaschutzzielen in der breitest möglichen Anwendung klimaschützender Technologien liege, nicht in deren Auslagerung, so Nina Scheer weiter. „Wir können es uns sowohl außenals auch klimapolitisch nicht leisten, dass uns in Industrialisierung befindliche Länder vorhalten werden, sie stünden für einen Ausbau klimaschützender Technologien nicht zur Verfügung, auf deren Einsatz in Deutschland aus volkswirtschaftlichen Gründen verzichtet werde.“ Aus diesem Blickwinkel sollte nicht zuletzt auch die Anwendung der Flexiblen Mechanismen des Kyoto-Übereinkommens überdacht werden.

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Nina Scheer, Geschäftsführerin UnternehmensGrün, T 030/32599683