UnternehmensGrün fordert die Lebensmittelwirtschaft auf, ihre gentechnikfreien Produkte umfassend zu kennzeichnen.

Nun gibt es ein einheitliches, mithin leicht wiedererkennbares Logo. Geht man nach dem Verbraucher-Willen, müssten sich nun 80 % der Bevölkerung bei ihren Lebensmitteleinkäufen freuen.

„Vorfreude bleibt möglicherweise auch in diesem Kontext die schönste Freude“ kommentiert Gottfried Härle, Vorstand von UnternehmensGrün und Inhaber der biologisch und damit ohnehin gentechnikfrei produzierenden Brauerei Clemens Härle aus dem Allgäu das Logo. „Es kann nur Transparenz schaffen, wenn es angewendet wird. Insbesondere die großen Handelsketten sollten nun endlich den Wünschen der Verbraucher nachkommen und für eine Erkennbarkeit gentechnikfreier Produkte sorgen“, so Härle weiter.

UnternehmensGrün setzte sich bereits im Rahmen der Novellierung des deutschen Gentechnikrechts im Frühjahr 2008 verstärkt für die Sicherung einer gentechnikfreien Land- und Lebensmittelwirtschaft ein. Mit einer entsprechenden Initiative gewann der Bundesverband der grünen Wirtschaft Mitstreiter wie Alfred Ritter (Ritter Sport) und Peter Kowalsky (Bionade) für Forderungen nach hinreichenden Abstandsflächen und weiteren gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Verhinderung von Kontaminationen gentechnikfreier Organismen. Als Bundesverband der grünen Wirtschaft tritt UnternehmensGrün seit 1992 auf der Ebene von Politik und Wirtschaft für Rahmenbedingungen ein, die es Unternehmerinnen und Unternehmern erleichtern, im Einklang mit unseren ökologischen Lebensgrundlagen zu wirtschaften. Die Mitgliedschaft setzt sich im Schwerpunkt aus klein- und mittelständischen Unternehmen zusammen.

Nach Ansicht des Verbandes sind die Voraussetzungen, die nach geltendem Recht zu der Kennzeichnung „ohne Gentechnik“ führen, allerdings bei weitem nicht ausreichend. „Auf europäischer, aber auch nationaler Ebene besteht dringender Handlungsbedarf“, so Nina Scheer, Geschäftsführerin von UnternehmensGrün. „Sowohl der Verbraucherwille als auch das Vorsorgeprinzip erfordern mit Blick auf Gesundheit und Umwelt, dass eine Kennzeichnung hält, was sie verspricht“, so Scheer. Es sei ein untragbarer Zustand, dass Gentechnikfreiheit anhand teilweise willkürlich anmutender Kriterien zur Definitionssache erklärt und damit verwässert werde. Dies, obwohl gentechnische Verunreinigungen die Nahrungskette unwiederbringlich beeinflussten, so Scheer weiter.
„Eine umfassende Anwendung des neuen Logos kann dazu beitragen, mangelnde Transparenz zu politisieren und zu beseitigen“ ist Härle überzeugt. Hier seien insbesondere führende Handelsketten wie Edeka, Lidl, Plus und Aldi gefragt. Zudem seien umgehend Kontrollmechanismen festzulegen.

Auf europäischer Ebene ist nach Ansicht des Verbandes eine umfassende Kennzeichnungspflicht, auch für Milch, Eier und Fleisch von Tieren zu verankern. „Als übergeordnetes Ziel gilt es zudem die Patentierbarkeit pflanzlicher Organismen abzuschaffen“, fügt Scheer hinzu. Ohne jene entlarve sich die Agro-Gentechnik als unökonomisch.

Pressekontakt: Dr. Nina Scheer, Geschäftsführerin UnternehmensGrün