Berlin, 23.2.2014: In der Reihe „Umwelt-Wirtschaftsethik“ luden UnternehmensGrün und die GLS Bank zum Thema „Sauberes Trinkwasser für alle?!“ zur Diskussion. Durch die aktuellen Debatten wie z.B. vor dem israelischen Parlament oder der Anhörung der erfolgreichen Bürgerinitiative “right2water” diese Woche in Brüssel war das Interesse an der Veranstaltung in der Berliner GLS Bank groß. Neben internationalen und regionalen Konflikten um die Wasserversorgung standen vor allem übergreifende, ethische Fragen im Vordergrund.

Prof. Dr. Joachim Wiemeyer, katholischer Theologe an der Universität Bochum, sprach gleich zu Beginn über die Bedeutung der Wasserversorgung aus sozialethischer Sicht: „Sauberes Wasser ist ein Grundbedürfnis aller Menschen, dessen Verfügbarkeit für alle öffentlich bereitgestellt werden muss.“

Michel Cunnac, Vorsitzender der Geschäftsführung der Veolia Wasser GmbH, stellte dagegen die unternehmerischen Leistungen heraus, die damit erst Infrastruktur möglich machen. “Das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Versorgung ist so wichtig, dass zu seiner Verwirklichung alle Kräfte zusammenarbeiten müssen: Staaten, Zivilgesellschaft und die Wirtschaft. Fachunternehmen können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die wachsende Weltbevölkerung die Ressource Wasser effizient und nachhaltig nutzt. Das ist ein ethisches Gebot, denn sonst drohen in vielen Weltregionen unauflösbare Nutzungskonflikte.”

Heidi Kosche, Mitglied des Abgeordnetenhauses (Bündnis 90/ Die Grünen), ging in der Debatte auf die Seite der Wassernutzer und die Kosten ein, kritisierte öffentlich-private Partnerschaften: „Meistens ist ein Public-Private Partnership Projekt für die Kommunen sehr teuer.“

Klaus Stähle, Rechtsanwalt und Geschäftsführender Vorstand von UnternehmensGrün, hob die Position der Unternehmerinnen und Unternehmer hervor: „Das Trinkwasser, unser blaues Gold, ist selbstverständlich mehr als nur eine bloße Ware. Unser Verband unterstützt das Anliegen der europäischen Bürgerinitiative right2water, Wasser und eine sanitäre Grundversorgung als Menschenrecht anzuerkennen.“ Der Bundesverband der grünen Wirtschaft zeige mit der Reihe Umwelt-Wirtschaftsethik Zusammenhänge zwischen ökonomischen Prämissen und Umweltverantwortlichkeiten auf und formuliere diese als ethischen Anspruch.

UnternehmensGrün e.V., der Bundesverband der grünen Wirtschaft, setzt sich für eine nachhaltige Wirtschaftsweise ein. Seit 1992 engagieren sich hier Unternehmer/innen, die die Verantwortung für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft verbindet. Mit dem Ziel der Förderung des Umweltschutzes bringt der Verband seine Positionen einer nachhaltigen Wirtschaftsweise in die Politik ein. UnternehmensGrün ist überparteilich und finanziell unabhängig – der Verein verfolgt keine wirtschaftlichen Interessen und ist als gemeinnützig anerkannt.
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Pressekontakt: Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin UnternehmensGrün, 0178-44 81991, Mail an Dr. Katharina Reuter