Gentechnisch veränderte Pflanzen werden von einem sehr großen Teil der deutschen Bevölkerung in Nahrungsmitteln generell abgelehnt. Die Lebensmittelbranche setzt zunehmend auf gentechnikfreie Produkte. Mit der „Opt-Out“-Regelung hat die Europäische Union einen Rechtsrahmen geschaffen, innerhalb dessen Mitgliedsstaaten den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen verbieten können. Unsicherheit besteht in der Frage, ob nationale Regelungen gleichbedeutend sind mit einem nationalen Anbauverbot oder ob beispielsweise in Deutschland Verbote auf Bundesoder Landesebene entschieden werden können. Die neue EU-Regelung lässt befürchten, dass durch einen Flickenteppich in Europa mit Zonen, in denen der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen erlaubt ist, der Druck auf unsere Lebensmittelwirtschaft wachsen wird.

Auch wenn die Politik in Deutschland diesen Handlungsspielraum für nationale Anbauverbote nutzt, stellt sich die Frage, ob dies ausreicht, die von den jeweiligen Unternehmen mit entsprechenden Investitionen in ihre GVO-freien Produktlinien geschaffenen Unternehmenswerte weiterhin zu sichern. Wie ist die gentechnikfreie Produktion auf lange Sicht aufrecht zu erhalten und zu finanzieren, wenn immer mehr gentechnisch veränderte Pflanzen eine Anbauzulassung in der EU erhalten können? Welche Strategien gibt es für die Lebensmittelwirtschaft, um im erforderlichen Maße eine gentechnikfreie Landwirtschaft und somit eine entsprechende Rohstoffversorgung mit ökonomisch vertretbaren Maßnahmen zu sichern? Sind einzelbetriebliche Strategien ausreichend oder wie können vernetztes Denken, Handeln und Wirtschaften dabei unterstützen?

Wirtschaft und Werte: GVO-Freiheit als Unternehmenswert sichern
Freitag, den 13. März 2015 um 9.00 Uhr
Staatliches Weinbauinstitut, Merzhauser Straße 119, 79100 Freiburg.

Anmeldung unter: gvofrei.burg [at] mlr.bwl.de

Programm

9:30 Uhr Begrüßung und Einführung

  • Alexander Bonde, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg

9:50 Uhr Ergebnisse des Schadensberichts Gentechnik 2015

  • Axel Wirz, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL, Deutschland)

10:20 Uhr Strategien der Lebensmittelwirtschaft

  • Alexander Hissting (Geschäftsführer, Verband Lebensmittel ohne Gentechnik, VLOG e.V.)

10:45 Uhr Kaffeepause

11:15 Uhr Unternehmensaustausch zu Handlungsmöglichkeiten und -ansätzen

  • André Freidler (ALB-GOLD Teigwaren GmbH, Trochtelfingen)
  • Rudolf Bühler (Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, w.V.)
  • Hans-Jörg Reiss (Präsidiumsmitglied von Donau Soja e.V., Wien)
  • Alfons Graf (Taifun, Life Food GmbH, Freiburg)
  • Gottfried Härle (Brauerei Clemens Härle, Leutkirch, Vorstand UnternehmensGrün e.V.)

12:00 Uhr Ausblick: Diskussion und Entwicklung von möglichen gemeinsamen Aktivitäten

12:45 Uhr Abschluss-Statement Martin Ries und Dr. Katharina Reuter

13 Uhr Ausklang mit kleinem Imbiss

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.