Ende Juni war UnternehmensGrün dabei, als die Europäische Umweltagentur (EEA) ihren Bericht „Die Umwelt in Europa: Zustand und Ausblick 2015“ vor Vertreter_innen von Wirtschaftsverbänden und NGOs präsentierte.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Hans Bruyninckx (EEA) betonten in der Veranstaltung, dass nicht nur Prozesse sondern ganze Industrien hinterfragt und Wachstum vom Verbrauch endlicher Ressourcen abkoppelt werden muss. Produkte „ein wenig zu verbessern“ sei nicht gut genug – die Lage für Wasser, Luft, Flora und Fauna sei zu ernst. Mit Einsparungen  und einem „guten Gewissen“ gehe in Deutschland häufig ein erhöhter Verbrauch einher (Rebound-Effekt). So wird die Einsparung von fossilen Rohstoffen durch moderne Autos durch eine höhere Anzahl an Fahrten zunichtegemacht. Die Zahlen verdeutlichen, dass wir das Ziel „Low Carbon Europe 2050“ nicht erreichen werden, wenn nicht einschneidende Veränderungen passieren.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit wurde von verschiedenen Teilnehmer_innen darauf aufmerksam gemacht, dass sich inkohärente und sich widersprechende Politik (Beispiel Energiewende/Bürgerenergie) negativ auf Unternehmensentscheidungen und Investmentverhalten auswirkt. Die Verantwortung dürfte nicht auf die Konsumenten abgewälzt werden – Politik muss entsprechende Rahmensetzung vornehmen (auch Ordnungspolitik), um die Dekarbonisierung voranzutreiben. Die Bundesregierung setze mit Subventionszahlungen für nicht zukunftsträchtige Industrien (z.B. Braunkohlekraftwerke) völlig falsche Signale. UnternehmensGrün teilt diese Meinung und wird die Debatte um die europäische Umweltpolitik weiterhin kritisch begleiten. Auf europäischer Ebene wurde u.a. zu diesem Zweck der Dachverband Ecopreneur.eu gegründet.