Gastbeitrag von Andreas Kogler, Energie und Management.

Mit der Veröffentlichung weiterer Details zur zweiten PV-Ausschreibung hat der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) seine Kritik an den Ausbauzielen und den Förderbedingungen erneuert.

Im Zuge der zweiten PV-Freiflächenausschreibung hat die Bundesnetzagentur von den 136 eingegangenen Angeboten insgesamt 33 Geboten mit einem Volumen von 159,735 MW den Zuschlag erteilt. “Die hohe Zahl der Gebote zeigt, wie groß das Interesse weiterhin ist, Solarstrom zu erzeugen”, kommentierte Carsten König, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, die Zahlen. Allerdings sei von dem insgesamt angebotenen Projektvolumen von 558 MW nurein kleiner Teil zum Zuge gekommen. Körnig appellierte an die Bundesregierung, als Sofortmaßnahme das Zuschlagsvolumen mindestens zu verdoppeln. Damit seien keine Mehrkosten gegenüber den politisch gewünschten Ausbauszenarien verbunden. Eine Aufstockung des Auktionsvolumens sei auch vor dem Hintergrund noch offener Realisierungsquoten bei den bezuschlagten Projekten dringend geboten, so der Branchenverband. Der von der Bundesregierung angepeilte PV-Zubau von 2,5 GW in diesem Jahr werde nach Einschätzung des BSW-Solar deutlich verfehlt.

Auch das Bündnis Bürgerenergie übt scharfe Kritik am Ergebnis der zweiten Ausschreibungsrunde. „Wie schon bei der ersten Ausschreibungsrunde für PV-Freiflächenanlagen hat kein einziges Bürgerenergieprojekt einen Zuschlag erhalten“, sagt René Mono, stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Bündnis Bürgerenergie. So räume die Bundesregierung kleineren Projekten mit direkter Bürger-Beteiligung keine faire Chance im Wettbewerb um neue Erneuerbaren-Anlagen ein. „Das Bundeswirtschaftsministerium hat unsere Vorschläge zur Ausgestaltung des Ausschreibungsdesigns für den PV-Freiflächenpiloten vom Tisch gewischt, auf Kosten der Akteursvielfalt und der Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern und kleinerer Unternehmen. Weder wurden für kleine Akteure ein gesondertes Ausschreibungssegment noch eine finanzielle Absicherung im Ausschreibungsprozess vorgesehen.“ Hier müsse dringend nachgesteuert werden.


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Der Gastbeitrag erschien zuerst am 13.08.2015 in den EM Powernews unter dem Titel: Photovoltaik: Solarbranche kritisiert PV-Ausschreibung