Welche Bedeutung die Erwerbstätigkeit für einen Menschen hat, um selbstständig und selbstbestimmt zu leben, bedarf wohl keiner näheren Erläuterung. Für einen Menschen, der sein neues Leben gerade erst begonnen hat, weil er sein altes in seinem Heimatland zurücklassen musste, ist ein Job bzw. die Anstellung als Arbeitnehmer meist auch der größte Katalysator zur Integration. Gerade deshalb zeigen immer mehr Unternehmen in Deutschland Interesse an der Anstellung von Geflüchteten. Dies zeigt sich nicht nur an der Entwicklung diverser Jobbörsen wie workeer.de und mygreatjobs.de, sondern auch durch Initiativen wie ARRIVO und bridge, die von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen und der Handwerkskammer unterstützt werden und Arbeitgeber bei der Suche und Anstellung von Geflüchteten begleiten. Es gibt auch bereits erfolgreiche Beispiele, die sich über ihre Eigeninitiative hinaus getraut haben und selbstständig Geflüchtete als Mitarbeiter geworben haben.

Bereits im November 2014 ist der Zugang zum Arbeitsmarkt für die meisten, in Deutschland lebenden Geflüchteten vereinfacht worden. Seitdem haben sich die gesetzlichen Grundlagen jedoch immer wieder geändert. Arbeitgeber, die Geflüchtete einstellen wollen, sollten daher die Rahmenbedingungen rund um Aufenthaltstitel, Arbeitserlaubnis und Prüfverfahren kennen. So entfällt beispielsweise die Vorrangprüfung in den ersten 15. Monaten des Aufenthalts nur, wenn es sich bei dem Geflüchteten um eine in Deutschland dringend benötigte Fachkraft (und nur bei in Deutschland anerkannten Ausbildungen >> Anerkennungsverfahren) oder eine entsprechende Stelle handelt (die aktuelle Liste zu diesen Berufen findet sich hier). Unabhängig von Aufenthaltspapieren und Arbeitsmarktzugang gilt fast immer eine Einzelfallprüfung durch Ausländerbehörde und Arbeitsagentur. Generell dürfen Geflüchtete in Deutschland in jedem Fall ein bis zu drei monatiges Praktikum (nicht unter Mindestlohnniveau) absolvieren.

UnternehmensGrün-Mitglied greenjobs hat die Online-Plattform mygreatjobs mit Jobs für Menschen mit Wurzeln in anderen Kulturen gestartet. Auf der Plattform finden sich sowohl Jobs, die für Flüchtlinge geeignet sind, die erst kürzlich in Deutschland angekommen sind als auch Stellenangebote für Menschen, die schon seit zwei oder drei Generationen hier leben. Und auch die typischen „Expat“-Familien sollen hier interessante Angeboten finden. „“mygreatjobs’ klingt wie ‚migrate jobs‘ und das ist natürlich kein Zufall“, sagt Johanna Ballerstein, Pressesprecherin der greenjobs GmbH, die die mygreatjobs betreibt. Das Motto ‚Jobs für Menschen mit Wurzeln in anderen Kulturen‘ drückt aus, dass hier auch Stellenangebote einen Platz finden, die in dem inzwischen stark gewachsenen Jobsegment Integration, Flüchtlingshilfe u.ä. angesiedelt sind. Jan Strohschein, Geschäftsführer der greenjobs GmH: „Wir möchten dazu beitragen, dass sich Flüchtlinge und Migranten schnell in Deutschland integrieren können, und Arbeit ist einer der entscheidenden Faktoren. Dazu werden wir uns auch mit anderen Plattformen und Initiativen vernetzen.“

Für interessierte Unternehmen hat UnternehmensGrün eine Zusammenfassung zu den gängigen Rahmenbedingungen erstellt, die einen ersten Überblick zu den generellen Erfordernissen bei der Anstellung von Geflüchteten gibt.


Ansprechpartnerin: Annabelle Woltering