Ulrike Saade hat die Radmesse VELOBerlin, die am 16. und 17. April unter dem Funkturm statt findet, groß gemacht. Sie ist Geschäftsführerin von Velokonzept und Vorstand bei UnternehmensGrün. Fragen zur Zukunft der Mobilität.

Die VELOBerlin ist nach nur fünf Jahren zur größten Publikumsmesse rund ums Rad in Deutschland geworden. Sie haben die Ausstellung dahin gebracht. Woher kam die Idee?

Ulrike Saade: Hier in Berlin hat eine große Fahrradmesse einfach schon lange gefehlt. Das Gefühl hatte nicht nur ich, denn 2010 kam der Präsident des Zweirad-Industrie-Verbandes ZIV auf mich zu und hat gefragt, ob wir mit unserer Firma velokonzept eine Fahrradmesse aufbauen wollen – und das wollten wir natürlich sofort: Eine große Publikumsmesse in Berlin, die Ausstrahlung auf Politik und Medien entwickelt und vor allem alle Berlinerinnen und Berliner anzieht und so die Radkultur in dieser Stadt voranbringt. Heute ist die Velo eine erfolgreiche Frühjahrsergänzung zur Fachmesse Eurobike.

Warum gerade velokonzept?

Wir haben seit Jahren bundesweit Fahrradmessen durchgeführt, wie etwa in München und Bremen. Dadurch waren wir die Einzigen, die das gesamte Spektrum der Fahrradnutzung abgebildet haben. Wir haben die Alltagsmobilität genauso im Blick wie Freizeit, Reisen und Sport.

Was waren die größten Hindernisse auf dem Weg zur Radmesse in Berlin?

Ulrike Saade_portrait


Ulrike Saade, Inhaberin Velokonzept und Vorstand UnternehmensGrün

In Berlin ist immer was los, da ist es schon eine riesige Herausforderung überhaupt wahrgenommen zu werden. Das gilt für die Medien genauso wie für die Besucher. Wir Berliner haben ja jeden Tag hunderte Möglichkeiten zu Auswahl, was wir unternehmen wollen. Da muss man den Menschen ständig etwas Neues, noch nicht Gesehenes bieten, wenn man die Messehallen füllen will. Wir setzen darum vor allem auf Touch and Feel, also auf ausprobieren und vor Ort erleben.

Worauf sind Sie heute besonders stolz?

Dass wir im fünften Jahr unseren Durchbruch feiern konnten: 2015 war die VELOBerlin – nach der Weltleitmesse Eurobike am Bodensee – die größte deutsche Besuchermesse rund ums Rad. Vorberichte und Besuche auf der VELOBerlin sind ein fester Bestandteil der vielen Wochen- und Monatsmagazine in Berlin und der Tagesszeitungen. Und inzwischen weiten wir das Angebot aus und bieten neben dem Publikumsteil rund ums Rad auch zunehmend Radinfrastruktur an. Dieses Jahr richtet sich die Messe mit einer Sonderausstellung „Fahrradparken“ auch an Planer und Architekten.

Wo steht die Fahrradmesse in 5 Jahren?

Wir wollen weiter wachsen! Und das Messegelände unter dem Funkturm bietet dazu noch jede Menge Platz.

Wie wird sich die Mobilität bis zum Jahre 2030 verändern?

2030 zeigt die Radmesse VELOBerlin vielleicht das, was heute die Automesse IAA in Frankfurt zeigt: Das Herzstück der individuellen Mobilität. Transportlösungen, die sich aus den heute ausgestellten Lastenrädern entwickelt haben; eine große Vielfalt an Rädern mit und ohne Elektroantrieb und alles natürlich vollständig intelligent vernetzt, von Parklösungen, Diebstahlsicherung bis BikeSharing. Das Mobilitätsverhalten wird sich drastisch verändert haben. Und natürlich wird sehr viel mehr Rad gefahren. Das private Auto wird bis dahin eine erheblich geringere Rolle spielen.

Weitere Infos unter:

www.veloberlin.com