Am 07.09.2016 ging es im taz Café um die planetaren Grenzen unserer Erde – und welches unternehmerische Handeln diese Grenzen erfordern. Das Konzept der „Planetaren Grenzen“ (Planetary Boundaries), entwickelt von Wissenschaftler_innen um den Schweden Johan Rockström, beschreibt für neun zentrale ökologische Dimensionen globale Grenzen. Wird eine Grenze überschritten, besteht die Gefahr irreversibler und plötzlicher Umweltveränderungen, die die Bewohnbarkeit der Erde für die Menschheit einschränken. Dieter Gerten vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) stellte die neun Dimensionen vor.

In seinem Vortrag ging Dieter Gerten auf die Operationalisierung des Konzepts der Planetary Boundaries in der gesellschaftlichen Praxis ein: Regionalisierung der planetaren Grenzen, Implikationen für Unternehmen, Nachhaltigkeitsberichterstattung – ökologischer Fußabdruck und Life Cycle Assessment. Gleichzeitig setzte er die Grenzen in Bezug zu den Indikatoren der Gemeinwohl-Bilanzierungen und verdeutlichte, welche Indikatoren besonders relevant sind.

Es wurde deutlich, dass die wissenschaftlichen Daten vorhanden und auch abrufbar sind. Zukünftig müsse es darum gehen, Wirtschaft und Wissenschaft noch näher zueinander zu bringen. Eine Transformation der Wirtschaft könne nur gelingen, wenn die komplexen Sachverhalte und Detailrechnungen zu den Planetary Boundaries auch auf praxisbezogene Beispiele und einfache Anwendungen übertragen würden. Weiterhin müssen entsprechende Prinzipien und Werte in Wirtschaft und Gesellschaft verwurzelt werden, die die ethische Basis für die Transformation bilden. Die Wirtschaft spielt dabei eine große Rolle, wenn sie mit vorausschauenden Pionieren voran geht und zeigt, dass auch ein Wirtschaften im Einklang mit den planetaren Grenzen möglich ist.