In dem neuen Buch „Einfach Öko – Besser leben, nachhaltig wohnen. 200 Tipps, die wirklich was bringen“ von Marcus Franken (Umweltjournalist) und Monika Götze (Umwelt-Ingenieurin) werden die eigenen vier Wänden einem „Öko-Check“ unterzogen. Eine Wohnungseinrichtung aus gesunden Materialien, sparsame Elektrogeräte, weniger Müll, Bettwäsche aus fair gehandelter Baumwolle oder Kosmetika ohne Schadstoffe – wer möchte das nicht? Aber wo anfangen auf dem Weg zu einem nachhaltigen Lifestyle? Das Buch überzeugt vor allem durch einfache Empfehlungen, die nicht nur Umwelt und Klima schützen sondern auch ohne großen Aufwand im alltäglichen Leben umsetzbar sind.

Co-Autor Marcus Franken ist mit der Agentur für Kommunikation „Ahnen&Enkel“ Mitglied bei UnternehmensGrün. Er hat uns im Kurzinterview unsere Fragen zum neuen Buch beantwortet:


 Wie wichtig ist dir Klimaschutz? Begleitet dich dieses Thema schon länger?

Gefühlt schon immer! Meiner Co-Autorin Monika Götze und mir ist das Thema wahrscheinlich erstmals vor rund 20 Jahren im Studium begegnet. Damals hat der Professor schon die Mechanismen dargelegt und obwohl die Klimawissenschaft noch nicht mal in den Kinderschuhen steckte, war klar: Das geht so nicht weiter! Seitdem habe ich journalistisch Müllberge durchwühlt, Recyclinganlagen besichtigt und mehr als eine Windmühle bestiegen. Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind für mich DAS Thema unserer Generation.

Wie kamst du auf die Idee zum neuen Buch „Einfach Öko. Besser leben, nachhaltig wohnen! 200 Tipps, die wirklich was bringen“?

Das Konzept ist tatsächlich von Monika, die eine tolle Wissenschaftlerin und erfahrene Ratgeberautorin ist. Wir sind ein gutes Team: Meine Rolle ist mehr die gute Lesbarkeit und der journalistische Zugang. Ich konnte da meine Erfahrung aus sieben Jahren Umweltmagazin zeozwei einbringen. Mir war und ist immer wichtig, dass man mit dem Thema Umwelt auch die Leute erreicht, die beruflich nicht unbedingt mit dem Thema Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht werden. Die Themen müssen so aufgeschrieben und gestaltet werden, dass zum Beispiel meine sehr geliebte Frau sich dafür interessieren kann. Denn es ist ja nicht so, dass die Menschen, die sich nicht tief in die Umweltthemen eingraben, nicht anderswo engagiert wären: In meinem Freundeskreis beschäftigen sich die Leute mit Flüchtlingen, Ökolandwirtschaft, Schulpolitik, Kultur oder auch mit sexueller Belästigungen von Jungs. Das ist alles wichtig. Meine Frau ist Sozialpädagogin und engagiert sich in der Kirche, diese Menschen muss man optisch und sprachlich bezirzen, wenn man sie für Umweltthemen gewinnen will.

In dem Buch skizzierst du Vergleiche, wie z.B. dass Plastiktüten sich für die Umwelt mehr lohnen als Stoffbeutel. Wie passt das zusammen?

Ich kann mich furchtbar darüber aufregen, wenn Menschen sich in Ersatzhandlungen flüchten. Und da Monika und ich uns gut mit Ökobilanzen auskennen wissen wir halt, dass die Energie, die für die Herstellung eines Stoffbeutels genutzt wird, viel mehr Klimaschaden bewirken kann als das Öl, das in der Plastiktüte steckt. So sind nun mal die Fakten. Und wenn man sich die hohen Erfassungsquoten für Plastik bei uns anschaut, dann weiß man auch, dass die Plastiktüten aus Deutschland nicht der Grund für den Müllstrudel in den Weltmeeren sind. Das ist bei einigen Themen so: Mehrwegmilch oder Kunststoff-Träger? Einwegwindel oder Bringsystem? Besser einen Trockner kaufen oder Wäsche in der Wohnung trocknen? Umweltschutz ist manchmal anti-intuitiv. Wir müssen aufpassen, dass wir mit gefühltem Umweltschutz und Symbolhandlungen keinen ökologischen Unsinn machen.

Lebst du selbst auch nach den beschriebenen Tipps?

Meine Kollegin ist in den Details deutlich engagierter, glaube ich. Ich bin eher der Pragmatiker. Ich versuche an den großen Stellschrauben in meinem Leben zu drehen und mich nicht im Kampf mit mir selbst und meiner Familie um Ökofragen aufzureiben – das wäre auch nicht nachhaltig. Wir wohnen mit einem alten WG-Freund zusammen – so werden viele Geräte und Umweltbelastungen ganz von selbst geteilt. Wir haben Ökostrom und Fernwärme. Das Baugruppenhaus ist hocheffizient, unser Stromverbrauch ist minimal – LED-Licht und wenige, effiziente Geräte. Der Weg ins Büro wird meist mit dem Rad erledigt. Geflogen bin ich schon seit vielen Jahren nicht mehr, weil wir viel in Deutschland und Europa reisen. Und wenn ich wieder fliege, werde ich das ausgleichen. Ich mache auf jeden Fall alles das, was aus unserer Sicht die 5 Big Points sind. Aber mich mit unseren drei Kindern jedes Mal um den Wurstaufschnitt oder das Licht-anlassen zu streiten – das will ich nicht. Darum ist es mir wichtig, dass man sich auch politisch engagiert: Energiewende, Agrarwende, Mobilitätswende. Als Einzelner kann ich meine CO2-Emissionen um die Hälfte senken, das zeigt das Buch. Aber als Gesamtgesellschaft müssen wir auch unsere Infrastrukturen ändern. Daran werden wir weiter arbeiten.