Seit Anfang des Jahres beteiligt sich der Verein Sonneninitiative e.V. am UnternehmensGrün-Projekt „Umweltprofis von morgen“. Der Verein zeigt den vier Schülern des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums in Gießen, wie man Dächer auf Eignung für Photovoltaikanlagen prüft und konkret Bürgersonnenkraftwerke initiiert. Ziel ist es, auf dem Gymnasium oder einer anderen Schule in Gießen ein Bürgersonnenkraftwerk zu errichten.

Die Sonneninitiative bildet die Schüler zur „Solarscouts“ und „Solarbotschafter_innen“ aus. Ein Solarscout soll in der Lage sein, eine erste Beurteilung der technischen und wirtschaftlichen Eignung abzugeben und anschließend durch Veranstaltungen oder durch direkte Ansprache von Entscheidungsträger_innen zu überbringen. So möchte der Verein zusammen mit Schülerinnen und Schülern weitere Bürgersonnenkraftwerke auf Schulgebäuden realisieren.

Die Nachhaltigkeitstrainees befassen sich mit Fragen rund um: Warum brauchen wir die Energiewende überhaupt? Wieviel Energie verbraucht ein Land wie Deutschland, eine Familie oder das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium? Wie funktioniert Photovoltaik? Wie viel Kohlendioxid erspart ein Bürgersonnenkraftwerk dem Klima?

Die technische Beurteilung von Dächern erfolgt mit Hilfe des Hessischen Solarkatasters und Luftaufnahmen weiterer gängiger Internetquellen, wie z.B. GoogleEarthTM oder Bing MapsTM. Schnell lernten die Schüler_innen, wie viel Photovoltaik auf ein Dach passt, ob das Dach geeignet ist oder wie die Ausrichtung und die Abschattung den Ertrag beeinflussen. Durch eine Exkursion auf das Dach der Friedrich-Ebert-Schule in Frankfurt-Seckbach konnte das Bürgersonnenkraftwerk mit allen seinen mechanischen Komponenten kennengelernt werden – von den Modulen über die Wechselrichter bis hin zur Einspeisung, dem Monitoring und dem Einspeisemanagementsystem.

Bei unserem Projektpartner Sonneninitiative geht es mit den Trainees bald in die konkrete Planung für ein Bürgersonnenkraftwerk auf der eigenen Schule. Schaffen es die Jugendlichen, die Verantwortlichen bei der Stadt Gießen von einem Bürgersonnenkraftwerk zu überzeugen? Erste Kontaktaufnahmen mit der Stadt zeigen, dass dies wohl eine echte Herausforderung wird.

Ob der Bau des Bürgersonnenkraftwerks am Ende verwirklicht wird oder nicht, fest steht: am Ende der einjährigen Projektlaufzeit erhalten die interessierten und engagierten Nachhaltigkeitstrainees bei der großen Abschlussveranstaltungen im Sommer eine Urkunde für ihre Nachhaltigkeitsqualifikation. Christian Quast und Jan Simon von Sonneninitiative e.V. sind sich bereits sicher: „Der eine oder andere wird einen beruflichen Weg in Richtung erneuerbare Energien einschlagen“.