Der wahre Wert der Natur für Unternehmen

UnternehmensGrün unterstützt als Partner die internationale Konferenz „Naturkapital in der Unternehmenspraxis“. Seit 25 Jahren steht der Verband dafür ein, die politischen Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaften zu verbessern. Viele der Mitgliedsunternehmen sind Pioniere, wenn es um die ökologische und/ oder soziale Nachhaltigkeit geht. Doch welche Möglichkeiten haben Unternehmen eigentlich, das Naturkapital in ihr Tagesgeschäft zu integrieren? Auf internationaler Ebene zeigt sich ein zunehmender Trend zur unternehmerischen Bewertung von Umweltwirkungen, der in Wissenschaft und Wirtschaft intensiv vorangetrieben wird. Der Global Nature Fund bringt diese Diskussion am 5. Oktober nach Deutschland.

Unternehmen nutzen die monetäre Bewertung von Umweltwirkungen, um interne Entscheidungen zu stützen und sich nachhaltig im Wettbewerb zu positionieren. So erfassen bereits mehrere Unternehmen der Textilbranche die Auswirkungen verschiedener Anbautechniken von Baumwolle auf die Natur, um die Wertschöpfungskette nachhaltiger zu gestalten und Risiken aus der Rohstoffbeschaffung zu senken.

Im Rahmen der Konferenz werden Hugo Boss, Metro, Allianz und viele weitere Unternehmen Einblicke in die unternehmerische Praxis der monetären Bewertung von Umweltwirkungen ermöglichen. Die Veranstaltung steht unter dem gemeinsamen Motto: „Unternehmen, Biodiversität und Naturkapital – Ziele, Risiken und Chancen“ und es geht es u.a. darum die Erfahrungen, die zu diesem Themengebiet bereits gesammelt wurden untereinander auszutauschen und darum, welche Schritte zur Naturkapitalbewertung notwendig sind.

Termin: 05. Oktober 2017
Ort: Frankfurt am Main
Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten.
Anmeldung und Programm online unter: http://www.business-biodiversity.eu/de/naturalkapital-konferenz
 
 

Hintergrund

Der Global Nature Fund arbeitet schon lange am Thema Naturkapital und Naturkapitalbewertung. Für Unternehmen gibt es laut dem Global Nature Fund eine Vielzahl von Gründen sich mit dem Thema Naturkapital im Allgemeinen und der ökonomischen Bewertung im Speziellen auseinander zu setzen, z. B.:

  • Einheitliche Metrik: Durch die Monetarisierung wird es möglich, unterschiedliche Umweltauswirkungen wie „Hektar Landverbrauch” oder „Tonnen Stickstoffoxid-Emissionen” miteinander in einer Einheit zu vergleichen. Eine einfachere Integration in betriebliche Entscheidungsinstrumente wie Kosten-Nutzen-Analysen wird somit möglich.
  • Identifikation von Hotspots in der Lieferkette und Risikomanagement: Die ökonomische Bewertung im Rahmen der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung von PUMA wurde dazu genutzt, die ökologischen Hotspots, in diesem Fall die Produktion von Leder, in der Lieferkette zu identifizieren. Möglichen Lieferengpässen aufgrund von Umweltschädigungen oder Ressourcenknappheiten kann der Käufer so vorbeugen und Nachhaltigkeitsinitiativen können dort lanciert werden, wo sie am meisten Wirkung erzielen.
  • Reputation und Konsumenten: In Zeiten von erhöhtem Umwelt- und Nachhaltigkeitsbewusstsein werden Umweltschädigungen schnell zu einem Reputationsrisiko. Die ökonomische Bewertung ermöglicht es, die Umweltperformance zweier Produkte oder Unternehmen zu vergleichen. Dank dieser erhöhten Transparenz kann ein echter Wettbewerbsvorteil durch nachhaltiges Wirtschaften entstehen.
  • Wert für die Gesellschaft: Viele Unternehmen, insbesondere in Industrien mit einem hohen direkten Einfluss auf die Umwelt wie beispielsweise im Bergbau, nutzen die ökonomische Bewertung um darzustellen, welchen Wert sie für die Gesellschaft durch die Renaturierung einer Flächen erzielen. Die ökonomische Bewertung wird daher genutzt, um die „social license to operate” zu stärken

Weiterführende Publikationen dazu:

Der Business Case für die Naturkapitalbewertung (Global Nature Fund, 2017)
Wie Unternehmen ihr Naturkapital ökonomisch erfassen (Global Nature Fund, 2014)