„Ach, Sie sind Öko? Worauf muss ich alles verzichten und was wird es mich kosten?“ Mit diesen drei Vorurteilen hat sicherlich nicht nur Michael Stober, Inhaber des Landgut Stober, dem nachhaltigsten Hotel Europas, sondern auch viele andere Unternehmer_innen zu kämpfen, die von ihrem nachhaltigen Engagement erzählen.

Zum Thema „Die mentale Innovation: Werte und Einstellungen öko-fairer Unternehmer_innen“ fanden am 8. November die 9. Berliner Unternehmensgespräche mit Gerd Hofielen, UnternehmensGrün Mitglied und Sprecher der Gemeinwohl Ökonomie, Thomas Bruhn, Mitarbeiter am Institute of Advanced Sustainability Studies Potsdam (IASS), Michael Stober (Landgut Stober) und Orsine Mieland, Inhaberin der abitare Tischlerei, statt.

Gerd Hofielen führte in Zusammenarbeit mit dem IASS Potsdam eine Studie durch, in der die Einstellungen von 35 öko-fairen Unternehmer_innen zu unterschiedlichen Themen abgefragt wurden. Einige Ergebnisse daraus: Die befragten Unternehmen sind mehrheitlich davon überzeugt, dass nachhaltiges und ethisches Wirtschaften wichtig ist und humanistische Ziele über dem Ziel der Gewinnmaximierung liegen. Außerdem sind ethisches und nachhaltiges Handeln für die Unternehmer_innen stark mit positiven Gefühlen verbunden.

Wie nachhaltiges Handeln ökonomisch umsetzbar ist, zeigten am Abend vor allem Michael Stober und Orsine Mieland, Geschäftsführende in öko-fairen Unternehmen, die mit ihren nachhaltigen Geschäftskonzepten erfolgreich wirtschaften.

Auf dem Landgut Stober sorgen die vielen Nachhaltigkeitsmaßnahmen sogar dafür, dass Geld eingespart wird. „Würde ich mein Hotel nicht so nachhaltig gestalten, müsste ich knapp 5 % mehr Geld von meinen Gästen verlangen“, so Inhaber Michael Stober. Auf seinem Landgut hat er eine Photovoltaik-Anlage installiert, die mehr Strom produziert, als im Geschäftsbetrieb verbraucht wird. Zudem heizt er über eine eigene Hackschnitzelanlage.

Orsine Mieland setzt mit ihren Produkten auf Nachhaltigkeit, indem sie weitgehend auf lokale Lieferketten setzt, Materialen aus nachhaltigen Quellen verwendet und ihre Produkte besonders langlebig gestaltet. Außerdem bezieht das Unternehmen Ökostrom von Greenpeace. Die Ausrichtung und Beachtung sozialer und ökologischer Aspekte sind der Tischlermeisterin besonders wichtig.

Das Fazit des Abends: Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit schließen sich keinesfalls aus und viele Pionier-Unternehmer_innen zeigen, dass es viele Wege gibt wirtschaftlich nachhaltig zu handeln.

Das Format „Berliner Unternehmensgespräche“ ist eine Veranstaltungsreihe von UnternehmensGrün, der Gemeinwohl-Ökonomie Berlin/Brandenburg und taz – die Tageszeitung.

Studie „Werte und Einstellungen öko-fairer Unternehmer_innen" als PDF