Ein kürzlich geleakter Entwurf für die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik in der EU legt nahe, dass sich die Bedingungen für Greening-Leistungen künftig verschlechtern könnten. Dr. Katharina Reuter, Agrarökonomin und Geschäftsführerin von UnternehmensGrün, kommentiert:

„Wenn sich herausstellt, dass der Bereich der Greening-Leistungen tatsächlich eingeschränkt bzw. beschnitten werden soll, wäre das ein Skandal. Angesicht der aktuellen Krisen, die die konventionelle Landwirtschaft mit sich bringt (u.a. Insektensterben, Grundwasserbelastung, Biodiversität), wäre das ein fatales Signal“.

Und weiter: „Die Reaktionen der Agrarindustrielobby sprechen doch jetzt schon Bände.“ – so bewertet Farmers Weekly den Leak u.a. mit den Worten „The current, largely discredited, greening provisions will disappear.“

„Wenn künftig Umweltschutzmaßnahmen nur noch als freiwilliges Modell vorkommen, das die Mitgliedsstaaten auch bleiben lassen können, ist das ein Schlag ins Gesicht der engagierten Betriebe. Die Betriebe brauchen das klare politische Signal, dass mehr Umwelt- und Klimaschutz gewollt ist und auch verlangt wird – und verlässliche Rahmenbedingungen.“

Einschränkung: Natürlich ist das durchgesickerte GAP-Reformpapier als früher Entwurf zu bewerten, der noch Lücken hat und in dem sich noch deutliche Änderungen ergeben können. Erst am 29.5. wird das Reformpapier von der Kommission veröffentlicht. Daran schließen sich 18 Monate Beratungen zwischen dem Ministerrat und dem Europäischen Parlament an.

>>Weitere Informationen zum Leak hat der DNR<<