Auf Einladung des Kongresses der RWTH Aachen “Building the Future” nahm UnternehmensGrün-Vorstand Jan-Karsten Meier an der Podiumsdiskussion zum Thema “Kann eine nachhaltige Produktion im urbanen Kontext funktionieren?” teil. Unter der Moderation von Judith Schulte-Loh (WDR) diskutierten außerdem Prof. Dr. Peter Burggräf (Universität Siegen), Dipl.-Ing. Jean Haeffs (VDI Produktion und Logistik), Marco Ohme (Viessmann Werke GmbH+Co.KG) und Fabian Schrumpf (MdL NRW- CDU) die Frage, ob und unter welchen Bedingungen eine (hoffentlich) nachhaltige Produktion in urbaner Umgebung auch gute Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann.

Jan-Karsten Meier vertrat dabei die Ansicht, dass eine Nähe eine Vielzahl von Synergieeffekten bieten kann, die Ressourcenverbräuche signifikant einsparen würden. Denkbar wäre vor allem die Nutzung überschüssiger Energie (Sektorkopplung), gemeinsam nutzbare Räumlichkeiten für Bildung, Nachbarschaftsinitiativen und Kultur, und des Fuhrparks für Carsharing, aber auch die Nutzung von Straßenbahnen zur nicht störenden An- und Ablieferung von Gütern (öffentliche Güterbahn) oder die Öffnung betrieblicher leistungsstarker 5G-Netze für die Wohnnachbarschaft. In der Regel sei das produzierende Gewerbe – von wenigen Ausnahmen abgesehen – bereits heute schon in der Lage, Beeinträchtigungen durch Emissionen und Verkehre weitgehend zu vermeiden, sofern bei der Bauplanung alle Faktoren bedacht worden seien. Dabei sei besonders auch eine multiple Nutzung von Gebäuden für vielfältige Zwecke im Laufe des “Gebäudelebens” wichtig. Ein Gebäude, was nicht abgerissen und neu errichtet werden muß, sei in der Regel der beste Ressourcenschutz.

Meier verwies auf vielfältige Förderprogramme zur energetischen Sanierung von gewerblichen Bestandsimmobilien durch KfW und zahlreiche Kommunen. Besonders wichtig sei eine sehr frühzeitige Einbeziehung von Anwohner_innen, Nutzer_innen und Behörden im Vorfeld, aber auch eine stetige und offene Kommunikation aller Stakeholder in der Nachbarschaft, um mögliche Konflikte zu vermeiden oder aufwandsarm zu beseitigen. Als Hemmschuh sieht Jan-Karsten Meier u.a. die Behinderung der Sektorkopplung. Komplexe Vorgänge im Bestand zu planen und zu steuern, das sei die Herausforderung. “Die sogenannte grüne Wiese zu bebauen, ist etwas für Faule! Aber davon gibt es leider auf allen Seiten noch zu viele!”, so Jan-Karsten Meier abschließend.