Am 28. Januar 2021 fand das Mitglieder-Meetup „Wie wird mein Unternehmen agil?“ statt. Dabei ging es u.a. um die Fragen: Wie sieht ein agiles Unternehmen aus? Was sind die Herausforderungen? Was die ersten Schritte? Und wie wurden diese in den Unternehmen umgesetzt? Durch die Veranstaltung führte Martina Merz, Vorständin von UnternehmensGrün.

Hélène Valadon von UnternehmensGrün-Mitglied borisgloger consulting GmbH ist seit 12 Jahren Agile-Coach und gab eine Einführung in das Thema. Hinter der Begrifflichkeit Agilität stecke eine Änderung der Unternehmenskultur, bei der die Menschen ins Zentrum gerückt werden. Dabei stehe das Vertrauen in die Mitarbeitenden im Fokus. Drum herum stehen Werte wie Vernetzung, Offenheit und Partizipation. Hélène Valadon wünscht sich, dass Führung anders gelebt wird: „Die Mitarbeitenden sind jeweils die Expert_innen und sollten deshalb auch entscheiden.“ Wichtig sei, dass Agilität nicht zum Selbstzweck verkomme. Das Unternehmen müsse sich immer fragen: „Was möchte ich erreichen?“  Sie empfiehlt: „Keine Angst haben vor dem Ausprobieren. Es könnte ja gut werden! Und lassen Sie sich nicht von der Jargon-Vielfalt abschrecken. Agilität sollte einfach sein und muss Spaß machen.“ (>>> Präsentation Hélène Valadon)

Im Anschluss berichtete Jens Broos, Agile Coach bei UnternehmensGrün-Mitglied Sono Motors, aus der Praxis. Jens Broos begleitet das Thema Agilität seit 2011. Er machte deutlich: „Agil zu werden, ist nicht das Ziel! Das Ziel ist es, den Unternehmenszweck (Purpose) zu erreichen.“ Agilität sei eine systemische Betrachtungsweise: Ein Unternehmen ist immer in eine Umwelt eingebettet. In seinem Input stellte er das VUCA (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität) -Modell vor und erklärte, warum agiles Management im Umgang mit den Herausforderungen nützlich ist: „Mit einer iterativen Vorgehensweise und der Arbeit in kurzen, definierten Zeitabschnitten (Sprints) kann schnell auf äußere Einflüsse reagiert werden, um so erfolgreich zur angestrebten Vision zu gelangen.“ Allerdings kann diese Arbeitsweise nicht nur in einem kleinen Modul (Team) erfolgen, agile Werte und Prinzipien müssten auf allen Unternehmensebenen gelebt werden – Stichwort Business Agilität! (>>> Präsentation Jens Broos)

Linda Preil von UnternehmensGrün-Mitglied einhorn products GmbH erklärte zu Beginn ihres Inputs „Selbstorganisation durch kompetenzbasiertes Führen“, dass es bei einhorn keine klar agilen Prozesse und Strukturen gäbe. In dem Social Business werde auf Selbstorganisation gesetzt, da die beiden Gründer keine Chefs sein wollten. Bei einhorn wird kompetenzbasiert geschaut, wer in welchen Bereichen den Lead übernehmen kann. Auch die Strategiefindung ist im Unternehmen ein iterativer Prozess. Da Kommunikation für die Zusammenarbeit zentral ist, wurde die Gewaltfreie Kommunikation als Tool eingeführt. „Wir sind überzeugt, dass wenn die Werte an der Basis nicht stimmen, das ganze System nicht funktionieren wird. Deshalb sollte bei sich selbst und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden begonnen werden.“ (>>> Präsentation Linda Preil)

Die Bandbreite der eigenen Erfahrungen mit dem Thema Agilität unter den Teilnehmenden war groß. So konnte sich auch in der anschließenden Diskussionsrunde intensiv untereinander ausgetauscht werden und weitere Praxiserfahrungen, u.a. zur Implementierung von Agilität in Branchen, die eine eher hohe Fluktuation aufweisen oder in der Zusammenarbeit unterschiedlicher Generationen (Agil ist altersunabhängig) geteilt werden.