Am 22. März 2021 fand die Online-Veranstaltung Klimaschutz und Digitalisierung im Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt statt. Sie war der zweite Teil der Veranstaltungsreihe Klimaschutz im Unternehmen, die der BNW mit Unterstützung der Deutschen Postcode Lotterie durchführt.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert Projekte und Startups, die Nachhaltigkeit und Digitalisierung verbinden. Zu Beginn hob Alexander Bonde, Geschäftsführer der DBU, die Bedeutung der Digitalisierung als einen entscheidenden Beitrag für die dringende Transformation der Wirtschaft hervor. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass die Digitalisierung selbst einen ökologischen Fußabdruck habe, der unbedingt Berücksichtigung finden müsse, andernfalls bekämen wir es eher mit einem Brandbeschleuniger als einer Lösung zu tun. „Es liegt an uns, den digitalen Wandel nachhaltig zu gestalten,“ so Bonde.

Im Gespräch zwischen Tarek Annan, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverband IT-Mittelstand e.V., und BNW-Geschäftsführerin und Moderatorin Dr. Katharina Reuter, ging es unter anderem um die Herausforderungen der Digitalisierung, insbesondere für KMU. Dabei wurde deutlich, dass das größte Hindernis das „nicht-richtig-Anfangen“ sei: „Es fehlt an der Kultur des Mutes,“ meint Annan. Und weiter: „Vorhandene, niedrigschwellige Angebote müssen von den Unternehmen auch wahrgenommen werden.“

Dass es Unternehmen gibt, die auch bei diesem Thema bereits vorangehen, zeigten die anschaulichen Beispiele aus der Praxis. Roland Berger von der Ökotec GmbH machte den Anfang: „Klimaschutz und Digitalisierung sind zwei mystisch aufgeladene Begriffe, die hier jetzt auch noch zusammengebracht werden. Aber: Das kann auch ganz praktisch und pragmatisch erfolgen.“ Und das wurde am Beispiel von EnEffCo, der digitalen Lösung für intelligentes Datenmanagement, verdeutlicht.

Mit Alexander Piutti von der SPRK.global GmbH gelang der Sprung zum Thema Lebensmittelverschwendung. 12 Mio. t bestens genießbare Lebensmittel landen in Deutschland jährlich in der Tonne. Klar ist: Je weniger Verschwendung, desto größer der Klimahebel! Für die Eliminierung von Lebensmittelverschwendung in der Lieferkette hat SPRK deshalb eine KI-getriebene Distributionsplattform entwickelt. „KI – Künstliche Intelligenz – wird immer schlauer. Das ist kein Hokuspokus, sondern die Kraft der vielen kleinen Schritte,“ so Piutti..

Anna Alex von der Planetly GmbH stellte eine Zukunfts-Hypothese auf: „Klimaneutrale Unternehmen werden zur Norm.“ Dafür gäbe es einen guten Grund: Es lohnt sich schlicht für Unternehmen, klimaneutral zu werden – Klimaschutz ist zum Business Case geworden. Bisher war CO2-Managment zeitraubend und statisch: Mühsame Datensammlung, mangelnde Erkenntnisse, nur jährliche Intervalle, intransparenter CO2-Ausgleich. Wenn der Fußabdruck aber das wichtigste Instrument sei, warum werden dafür nicht auch die besten Technologien genutzt, fragte Alex. Das sei der Punkt, an dem Planetly ansetze und Klimaschutz mit Technologie so einfach mache, dass der Aufwand für Unternehmen um 40 Prozent reduziert werden könne.

Im Impuls von Uta Mühleis ging es um „Digital for Good, dem Leitstern von reset.org.“ So wird sich bei der gemeinnützigen Stiftungs-GmbH für eine soziale und ökologische Digitalisierung eingesetzt. Dies zeigte Mühleis unter anderem am Beispiel von Windcloud 4.0. Das Unternehmen aus Nordfriesland nutzt Abwärme des Rechenzentrums zur Produktion von CO2-bindenden Algen. Auch bei diesen Best-Practice-Beispielen gab Mühleis abschließend zu bedenken, dass Technologie allein nicht reichen wird: „Wir müssen auch umdenken: Weniger ist mehr. Und nicht ohne politische Veränderungen und nur mit mutigen Unternehmer:innen wird es funktionieren.“

Wir bedanken uns für das Beitragsbild bei Katharina Keienburg von der IKS Hamburg.