Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT forscht zusammen mit vier weiteren Partnern, mit dabei auch BNW-Mitglied cleaneroo, an biobasierten und rezyklierbaren Kunststoffen. Ziel des Verbundvorhabens »Bio2Bottle« ist es, biobasierte Flaschen zu entwickeln, die sich für die Aufbewahrung von Reinigungsmitteln und landwirtschaftlichen Boden-Hilfsstoffen eignen, hohe Standards erfüllen und gleichzeitig biologisch abbaubar und wiederverwertbar sind. Wir sprechen mit Rudolf Zimmermann, Geschäftsführer cleaneroo, im Interview über das Forschungsprojekt.

Wie ist cleaneroo zum Verbundvorhaben »Bio2Bottle« gekommen?
Wir sind zu einem Treffen des IBB-Netzwerk nach München eingeladen worden.

Was ist das für ein Netzwerk und wie ist die Zusammenarbeit entstanden?
Damals hatten wir cleaneroo gerade gegründet und waren auch etwas überrascht, als wir eingeladen wurden. In diesem Netzwerk hat sich sehr viel Sachverstand über alle Forschungsthemenbereiche hinweg zum Thema Bio-Plastik zusammengeschlossen. Wir bekamen die Möglichkeit cleaneroo vorzustellen. Begeistert hat uns, dass viele der Teilnehmer:innen cleaneroo im Konferenzraum sofort ausprobierten. Herr Prof. Dr. Haralabos Zorbas kam auf uns zu und sagte, wir hätten das erste wirklich neue Putzmittel seit 60 Jahren auf den Markt gebracht. Er fragte uns, was wir uns wünschen würden, um cleaneroo noch nachhaltiger zu machen. Eine biologisch abbaubare Plastikflasche aus nachwachsenden Rohstoffen – das wär‘s. Später wurden wir mit dem Fraunhofer-Institut vernetzt, die ebenfalls total begeistert waren.

Im Anschluss wurde das Forschungsprojekt konkret, Arbeitspakete wurden entwickelt und eine Förderung beantragt. Auch kamen weitere Partnerunternehmen hinzu, ohne die vielen Schultern ist ein solches Projekt nicht umsetzbar.

Was ist das Innovative an dieser Flasche?
Es gibt bereits biologisch abbaubare Plastikflaschen, doch das Problem ist, der Inhalt verdunstet, auch wenn die Flasche verschlossen ist. Diese Problemstellung werden wir lösen.

Der entscheidende Unterschied zu anderen kompostierbaren Verpackungen ist folgender: „Biologisch abbaubar“ bedeutet, dass die Natur dieses Material völlig selbständig, rückstandslos abbaut. Hingegen „kompostierbar“ bedeutet, das mit viel Energie ein spezielles Raum-Klima geschaffen werden muss. Die „hohe Barriere“ bedeutet, das flüssige Stoffe in der Flasche bleiben – daraus ergeben sich weltweite Möglichkeiten. Unsere Flaschen werden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen.

Bedeutet so ein Projekt nicht viel mehr Arbeit neben dem alltäglichen Geschäft?
Als Unternehmen bedeutet es für uns Mehraufwand, aber wir wollen das so, denn es lohnt sich! Für unseren Planeten und damit am Ende auch für uns. cleaneroo gibt ein echtes Nachhaltigkeitsversprechen! Greenwashing, wie bei Mehrschichtkartonverpackungen oder Reinigungstabletten zum Auflösen, sind das grobe Foul auf dem Markt. Wir suchen die Unternehmen, die echte nachhaltige Angebote schaffen. #letscleanerootheplanet

Rudolf Axel Zimmermann – Mitgründer von „cleaneroo“ – hat sich nach einer Karriere im Konzern-Einkauf für Textilien und einer weiteren Unternehmensgründung im Jahr 1995, entschieden, den Weg in die Nachhaltigkeit einzuschlagen. Vor etwa drei Jahren ist die Idee für „cleaneroo“ am Lagerfeuer entstanden und so gründeten Cousin Philipp von der Heide und Rudolf Zimmermann kurzerhand das Unternehmen. Für Rudolf Zimmermann ist eine Unternehmensgründung immer die Herausforderung, neues zu gestalten und so verschiedene Ideen umzusetzen.