Die CO2-Emissionen in der Lieferkette zu senken ist für viele Unternehmen eine große Herausforderung. In der Veranstaltung „Wie erreiche ich meine Klimaziele in der Lieferkette?“, die der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. mit Unterstützung durch die Postcode Lotterie durchgehführt hat, konnten die teilnehmenden Unternehmen erste Lösungsansätze diskutieren.

Miriam Gogel, Leiterin Vertrieb bei BNW-Mitglied sustainabill GmbH, ging in ihrem Vortrag auf die größten Herausforderungen ein. Dazu gehören u.a. Komplexität und Vulnerabilität in der Lieferkette, Datenlücken und fehlende Standards sowie fehlende Hebel zur Durchsetzung. Um dem zu begegnen, gerade auch als kleine und mittelständische Unternehmen, kann u.a. die Zusammenarbeit in der Lieferkette helfen. Durch mehr Transparenz und die digitale Sammlung von Daten können zuerst der Fußabdruck in der gesamten Lieferkette berechnet und im Anschluss Maßnahmen zur Reduktion eingeleitet werden. (Präsentation Miriam Gogel)

Sarah Schlegel, Head of Corporate Responsibility bei der METRO AG, gab einen Einblick in die Bemühungen des Lebensmittelgroßhändlers zur Reduktion der Scope 3-Emissionen. Diese tragen mit fast 90 % zum Gesamtausstoß des Unternehmens bei. Haupttreiber für den Veränderungsprozess sind neben dem Eigenantrieb auch die öffentliche bzw. politische Diskussion bzw. der Druck aus der Finanzwelt. „Die Metro verpflichtet sich zu einem science based target, mit dem Ziel bis 2030 Emissionen zu reduzieren, im eigenen Geschäftsbetrieb um 60 % im Vergleich zu 2011 und in der Lieferkette um 15 % im Vergleich zu 2018.“

Aufgrund der großen Lieferantenanzahl, hat Metro im ersten Schritt mit dem Tracking von Echtzeitdaten ihrer großen Markenlieferanten begonnen. Allerdings sei der Weg sehr komplex und beruhe auf vielen Annahmen. Daher sei der aktuelle Stand erst einmal eine Näherung der Emissionsdaten, so Sarah Schlegel. (Präsentation Sarah Schlegel)

Als erster True-Price-Kaffee ist seit diesem Jahr Truesday GOODS UG erhältlich. Gründer und Geschäftsführer von BNW-Mitglied Truesday, Henning Reiche, berichtete in der Veranstaltung von seinem Bestreben, ein Produkt mit wahren Preisen auf den Markt zu bringen, d.h. dass die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt hier in das Produkt eingepreist werden. Für ein kleines Unternehmen wie Truesday sei es jedoch gar nicht so einfach an die benötigten Daten zu kommen. Daher arbeitet Truesday mit verschiedenen Organisationen zusammen, um in der Preisgestaltung ein möglichst echtes Bild zu erhalten. Ziel ist es, die ökologischen und sozialen Kosten weitestgehend zu reduzieren. (Präsentation Henning Reiche)