Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden weithin als das Rückgrat unserer Wirtschaft geschätzt. Dennoch werden sie nach wie vor in ihren Bestrebungen kohlenstoffarm, kreislauforientiert und sozialverträglich zu wirtschaften eingeschränkt.

“Es ist zwar richtig und notwendig, multinationale Unternehmen in den umweltschädlichsten Sektoren ins Visier zu nehmen, um einen Massenmarkt zu schaffen, aber das deckt weniger als die Hälfte des Gesamtbildes ab, denn KMU haben den größten Fußabdruck und sind viel besser in der Lage, nachhaltige Lösungen zu verwirklichen, die bereits in kleinem Maßstab erfolgreich sind”, sagt der Vorsitzende von Ecopreneur.eu, Manfred Mühlberger.

Um KMU als die entscheidenden Akteure bei einer Transformation hinzu einer nachhaltigen Wirtschaft zu wertschätzen und zu fördern, fordert Ecopreneur.eu die Realisierung folgender Aspekte:


  1. Deutlichere Förderung von KMU durch die EU: Durch die Einrichtung regionaler Circularity Hubs – öffentlich-private Partnerschaften – können KMU bei der Umsetzung von vielfältigen Kreislaufmodellen unterstützt werden.

  1. Aktives Engagement von „Ecopreneuren“: Als Vorreiter einer nachhaltigen Wirtschaftstransformation können sie neue Standards schaffen und andere Unternehmen dazu inspirieren ebenfalls auf grüne Geschäftsmodelle zu setzen.

  1. Grüne Umsetzung des EU Recovery Plan: Nur durch eine vollständige Bindung der Konjunkturförderung an 100% umweltverträgliche Auflagen kann die Rückkehr zu einer fossilen Wirtschaft vermieden werden.

  1. Einführung wirtschaftlicher Anreize: Die Internalisierung “wahrer Kosten” ist unabdingbar, z.B. durch eine angemessene CO2-Bepreisung, die Materialien und Produkte mit hohem, gebundenen Kohlenstoffgehalt entweder durch das EU-ETS, Steuern oder andere Maßnahmen verteuert. Das Preissystem sollte vorhersehbar und langfristig angelegt sein, um Stabilität zu gewährleisten.

  1. Subventionierung nachhaltiger Geschäftsmodelle: Mithilfe regionaler Innovationsfonds und dem langfristigen Zugang zu Darlehen, können KMU dabei unterstützt werden auf Kreislaufwirtschaftsmodelle umzustellen. Außerdem muss die EU-Forschungsförderung für grüne und innovative Lösungen aufgestockt werden.

  1. Verabschiedung fortschrittlicher EU-Rechtsvorschriften: Notwendig ist vor allem eine rasche Umsetzung der EU-Initiative für nachhaltige Produkte (SPI), eine obligatorischen Ökobilanz für alle Unternehmen, eine zweiten KMU-Folgenabschätzung, ein verbessertes Wettbewerbsgesetz und weitere EU-Harmonisierung.