Pressemitteilung

Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft begrüßt die Sofortmaßnahmen

Berlin, 12.1.2022: Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. begrüßt die Klimaschutz-Sofortmaßnahmen, die Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck gestern in seiner Eröffnungsbilanz vorstellte. Viele der Maßnahmen seien dringend notwendig, damit die Wirtschaft in Klimaschutz investieren kann. Themen wie Kreislaufwirtschaft, Wasserkraft oder Biogas warten noch auf Konkretisierung.  

„Endlich bewegt sich was“, ist die erste Reaktion der BNW-Geschäftsführerin Dr. Katharina Reuter. „Jahrelang mussten die Unternehmen in einem unfairen Marktumfeld für Klimaschutz agieren, damit ist jetzt hoffentlich endgültig Schluss“, so Reuter weiter.

Der BNW begrüßt die starken Ziele und die klare Richtung der vorgestellten Maßnahmen, etwa die Festlegung auf 80 Prozent Erneuerbare bis 2030 und 100 Prozent Erneuerbare bis 2035. Auch die Solarpflicht bei gewerblichen Neubauten, die „Solar-Regel“ bei privaten Neubauten, das Wind-an-Land-Gesetz inkl. 2-Prozent-Ziel der Fläche an Land für Windkraft und die juristische Ausarbeitung von Klimaschutzverträge für die Industrie befürwortet der Verband.

„Zutat Nr. 1 ist jetzt Geschwindigkeit. Daher ist es genau richtig, die Klimaschutz-Pakete zunächst auf nationaler Ebene zu schnüren“, erläutert Reuter.

Bei der angekündigten „Gebäudestrategie Klimaneutralität“ nimmt neben der erneuerbaren Wärme auch die Energieeffizienz als zweite Säule den Platz ein, der ihr gebührt. Besonders hervorzuheben ist im Bereich der öffentlichen Beschaffung das Bekenntnis zu wahren Preisen. In der Eröffnungs­bilanz wird wortwörtlich festgehalten: „Wir werden ein System zur Berechnung von Umwelt- und Klimakosten aufbauen, um eine fundierte wissenschaftliche Basis für den CO2-Schattenpreis zu etablieren, den die Bundesverwaltung seit Anfang 2022 bei allen Beschaffungen anlegen muss.“

Zu konkretisieren sind nach Ansicht des BNW noch Themen wie Kreislaufwirtschaft, Wasserkraft oder Biogas. Zur Kreislaufwirtschaft wird in der Eröffnungsbilanz angekündigt, den bestehenden rechtlichen Rahmen anzupassen, klare Ziele zu definieren und abfallrechtliche Vorgaben zu überprüfen. Bestehende rohstoffpolitische Strategien sollen in der „Nationalen Kreislauf­wirt­schafts­strategie“ gebündelt werden – hier gibt es eine ganze Reihe an konkreten Vorschlägen, die der BNW gemeinsam mit dem BDE im 10-Punkte-Plan Kreislaufwirtschaft gefordert hat.

„Wer hätte es sich träumen lassen, dass ein Wirtschaftsminister in Deutschland als Zielbild ausruft, grüne Leitmärkte zu schaffen“, merkt Katharina Reuter abschließend an. Und sie betont: Der BNW und die nachhaltigen Pionierunternehmen stünden mit ihrer jahrzehntelangen Expertise bereit, um die Transformationsprozesse zu unterstützen.

Pressekontakt:
Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V.
Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin
reuter@bnw-bundesverband.de
+49 178 448 19 91

Agentur Ahnen&Enkel
Kai Weller
weller@ahnenenkel.com

Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V.
Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW e.V.) ist seit 1992 die politische Stimme für eine nachhaltige Wirtschaft. Der unabhängige Unternehmensverband setzt sich für Umwelt- und Klimaschutz ein, ist als gemeinnützig anerkannt und führt eine Reihe von Bildungsprojekten durch. Der Verband und seine mehr als 500 Mitgliedsunternehmen zeigen: Wirtschaft, Soziales und Ökologie gehören zusammen. Immer wieder initiiert und koordiniert der BNW Bewegungen wie die Wirtschaftsinitiative „Entrepreneurs For Future“. Über seinen europäischen Dachverband Ecopreneur.eu bezieht der Verein auch in Brüssel Stellung.

Der BNW hat 2021 viel erreicht – eine Bilanz der politischen (Teil-)Erfolge können Sie hier nachlesen. Auf die Ökologisierung der Landwirtschaft, die Finanzwende und die Verbesserungen für gemein­wohl­orientiertes Wirtschaften und Sozialunternehmen wird der BNW weiterhin ein Augenmerk legen. Der Koalitionsvertrag hält für den Abbau klimaschädlicher Subventionen zwar einen Prüfauftrag fest, aber hier wird sich der BNW auch in den kommenden Monaten für einen Abbauplan der klimaschädlichen Subventionen einsetzen (jährlich rund 65 Mrd. Euro). Auf europäischer Ebene wird der BNW die Themen EU-Lieferkettengesetz, Grüne Taxonomie, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD-Richtlinie) begleiten.