Ein Gastbeitrag von Daniela Schneider über die Vision des BNW-Mitglieds Klimahelden GmbH. 

Mit rund 70 % entfällt der Großteil des deutschen Stromverbrauchs auf Industrie und Gewerbe, Handel sowie Dienstleistungen [1]. Um die deutschen und europäischen Klimaziele zu erreichen, sollten daher vor allem in Unternehmen Einsparpotenziale erschlossen und umgesetzt werden. Hierbei geht es einerseits um Energieeinsparpotenziale aber auch um Einsparpotenziale für Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen). Im Rahmen des CO2-Fußabdrucks werden die genauen THG-Emissionen berechnet, denn sie gelten als zentrale Einflussfaktoren für den Klimawandel und als Auslöser der Erderwärmung [2]. Der CO2-Fußabdruck kann dabei sowohl für Privatpersonen bestimmt werden als auch für Unternehmen oder deren einzelne Produkte. Hierbei wird dann vom Corporate Carbon Footprint bzw. vom Product Carbon Footprint gesprochen.  

Was ist der Corporate Carbon Footprint?
Die Klimabilanz besteht aus dem Corporate Carbon Footprint, d.h. den berechneten THG-Emissionen für ein Unternehmen. Die relevanten Treibhausgase werden im Kyoto-Protokoll gelistet. Dazu gehören neben Kohlenstoffdioxid (CO2) auch Methan (CH4), Lachgas (N2O), Schwefelhexafluorid (SF6), Perlfluorcarbone (PFCs) und Stickstofftrifluorid (NF3). Für den CO2-Fußabdruck werden alle Treibhausgase in CO2-Äquivalente (CO2eq) umgerechnet, damit die Größen schließlich zusammengerechnet werden können [3]. 

Mittels des Corporate Carbon Footprint kann somit berechnet werden, wie klimafreundlich ein Unternehmen ist. Dabei spielt es eine wichtige Rolle, welche Emissionen in die Berechnung miteinfließen. Nach dem GHG Protokoll gibt es hierbei 3 verschiedene Scopes. Scope 1 und 2 werden dabei dem berichtenden Unternehmen untergeordnet, wohingegen Scope 3 über das Unternehmen hinausblickt und sowohl vorgelagerte als auch nachgelagerte Aktivitäten einbezieht. Dabei spielt Scope 3 insbesondere bei globalen Großkonzernen eine zentrale Rolle, denn in der Lieferkette wird meist ein Vielfaches an THG-Emissionen produziert verglichen mit dem Unternehmen selbst [4]. Mit Hilfe einer Klimabilanz, die alle 3 Scopes einbezieht, ergibt sich eine fundierte Analyse, mit der Reduktionsmaßnahmen ausfindig gemacht und eingeläutet werden können. 

Wie hilft die Klimahelden GmbH?
Die Klimahelden haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Erstellung einer Klimabilanz für KMU zu vereinfachen, indem sie eine softwarebasierte Lösung entwickelt haben. Dadurch sparen Unternehmen Zeit und Arbeitsaufwand, denn aufwändige Kick-Off Workshops durch Unternehmensberatungen entfallen und bereits vorhandene Daten werden automatisch in die Klimabilanz eingespeist. Die Vision der Klimahelden stoppt hier allerdings noch nicht, denn ein weiteres Anliegen ist die Reduktion des THG-Ausstoßes. Hierfür zeigen die Klimahelden gemeinsam mit der Klimabilanz konkrete CO2-Einsparmöglichkeiten auf, die auf das Unternehmen zugeschnitten sind. Außerdem widmen sich die Klimahelden mit ihrem Blog der Frage nach dem „Warum“ der Klimatransformation, indem wichtige Themen im Bereich Klimaschutz behandelt werden.  

Da am Ende des Reduktionsprozesses meist noch unvermeidliche THG-Emissionen stehen, hilft die Klimahelden GmbH auch bei der Kompensation. Hierbei werden zertifizierte Klimaschutzprojekte unterstützt, die von den Klimahelden selbst ausgewählt wurden. Die Zertifizierungen stellen sicher, dass die Projekte tatsächlich zum Klimaschutz beitragen und nicht nur eine Form des Greenwashings darstellen, das die Umwelt schlimmstenfalls stärker belastet. Am Ende des Prozesses wird nicht nur die Umwelt und das Klima geschont, sondern auch die einzelnen Unternehmen profitieren von einer Klimahelden-Mitgliedschaft, indem sie ihre Klimaneutralität nach außen kommunizieren. Dafür gibt es von den Klimahelden ein eigenes Kommunikationspaket, welches Urkunde und Siegel enthält. Somit wird sowohl neue Kundschaft überzeugt als auch qualifizierte Nachwuchskräfte angezogen. Denn Nachhaltigkeit spielt gesellschaftlich eine immer wichtigere Rolle und sollte somit auch im Wirtschaftsbereich umgesetzt werden, damit sich sowohl Mitarbeitende als auch Kund:innen mit dem Unternehmen identifizieren können.   


Quellen: 

[1] Umweltbundesamt: 2021. Energiesparen in Industrie und Gewerbe. URL: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energiesparen/energiesparen-in-industrie-gewerbe#energieeinsparpotenziale
[2] Wütz, Steffen: 2010. Der Product Carbon Footprint: Von Nachhaltigkeit über grüne Logistik zum CO2-Fußabdruck und der Bewertung in der Praxis. München: GRIN. URL: https://www.grin.com/document/154934
[3] Umweltbundesamt: 2013. Kyoto-Protokoll. URL: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/internationale-eu-klimapolitik/kyoto-protokoll#entstehungsgeschichte-und-erste-verpflichtungsperiode
[4] Hecking, Claus: 2019. CDP-Report: Studie zeigt gigantisches CO2-Einsparpotenzial bei Zulieferbetrieben. Spiegel, URL: https://www.spiegel.de/wirtschaft/klimakrise-studie-zeigt-gigantisches-co2-einsparpotenzial-bei-zulieferbetrieben-a-1300284.html.