Ein Gastbeitrag von BNW-Mitglied Von Westfalen.

Eine richtig gute Nachhaltigkeitsstrategie und schnelle Umsetzungserfolge? Das ist möglich! Wer dabei auf Greenwashing verzichten möchte, kann zunächst Quick-Wins umsetzen und sich dann einer langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie widmen. In diesem Gastbeitrag finden Sie fünf Tipps, die mit wenig Aufwand mehr Nachhaltigkeit in Ihr Unternehmen bringen.

Der Stellenwert von Nachhaltigkeit in Unternehmen zieht aktuell exponentiell an – jedes Unternehmen sollte sich im eigenen Interesse deutlich positionieren. Im Vordergrund steht aber vor allem eines: Handeln.

Wer die Zukunft des eigenen Unternehmens langfristig „nachhaltig“ sichern möchte, kommt nicht um eine Nachhaltigkeitsstrategie herum. Diese entsteht auf Grundlage eines Audits, der bei gründlicher Durchführung einige Arbeitstage in Anspruch nimmt.

Bevor es dann erst mit Nachhaltigkeitsstrategie, -zielen und der eigentlichen Umsetzung losgeht, wird natürlich etwas Zeit vergehen. Steigende (Energie)Preise, Fachkräftemangel, Lieferkettenprobleme und genereller Handlungsdruck erfordern jedoch oft schnellere Ergebnisse. Am „Fundament“ der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie dürfen jedoch keine Kompromisse entstehen. Wer die Abkürzung des Greenwashings nimmt, baut ein Haus auf Sand: Spätestens in wenigen Jahren fällt es in sich zusammen, da es an Substanz mangelt.

Was sind Quick-Wins?

Unsere Nachhaltigkeitsberatung setzt bei „Quick-Wins“, also schnellen Umsetzungserfolgen an. Mit Quick-Wins zeigen Unternehmen Haltung und erzielen sofortige Vorteile wie Kostenersparnis, Mitarbeiterzufriedenheit und Image-Steigerungen.

Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Ansatzpunkte für Verbesserungen. Wir haben fünf gemeinsame Nenner gefunden, die für jedes Unternehmen wichtig sind:

1. Lieferantenwechsel

Jedes Unternehmen benötigt Strom, besitzt ein Bankkonto und betreibt eine eigene Website. Gerade Lieferanten sind ein wirkungsvoller Hebel, da für jeden Bedarf mittlerweile nachhaltigere Anbieter existieren. Im Bereich Stromversorgung empfehlen wir den Umstieg auf reine Ökostromanbieter, wie LichtBlick oder Green Planet Energy.

Privates und geschäftliches Geld sollte bei einem nachhaltigen Finanzinstitut liegen, da die meisten Banken leider immer noch fossile Industrien sowie menschenunwürdige Arbeit mit dem Geld ihrer Kund:innen finanzieren. Wir empfehlen den Wechsel zu Kredit- und Versicherungsinstituten, die gut im FairFinanceGuide abschneiden.

Green Hosting ist ein leichter Hebel für Klimaschutz, da ausgewiesene klimaneutrale oder sogar -positive Hoster ihre Serverzentren mit Ökostrom versorgen. Der Wechsel & Umzug zu nachhaltigeren Anbietern ist bereits teilweise gesetzlich geregelt und somit sehr einfach.

2. Künftige Käufe nach ökologischen und sozialen Kriterien treffen

Dieser Quick-Win schließt sich am vorherigen Punkt an. Ab heute können Unternehmer:innen sich bei jeder Kaufentscheidung (auch privat) folgende Fragen zu stellen:

  • Kann auf den Kauf verzichtet werden und falls ja, ist ein Neukauf unbedingt notwendig?
  • Ist der Kauf „final“ oder nur als Zwischenlösung gedacht (z. B. Wegwerfartikel)?
  • Unterstützt der Kauf faire Arbeitsbedingungen und ist er die umweltfreundlichste Alternative (z. B. Vergleich von Labels)?
  • Ist der Artikel langlebig und zum Ende der Lebensdauer recyclebar?

3. Mitarbeiter:innen-Befragung durchführen & Beteiligungsmöglichkeiten schaffen

Wer nachhaltig denkt und handelt, schaut auch auf soziale Aspekte: In Zeiten des Fachkräftemangels sind Mitarbeitende im Unternehmen unentbehrlich. Deshalb ist es wichtig, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu kennen und bestmöglich zu bedienen in Hinsicht auf generelle Zufriedenheit, Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Führungsstil sowie Gehalt & Benefits.

Es ist nicht anzunehmen, dass alle Mitarbeitenden zufrieden sind, nur weil sich niemand beschwert. Vier-Augen Gespräche sind wichtig, um Bedürfnisse in beide Richtungen zu erfassen. Erfahrungsgemäß kommt in diesem Format jedoch nicht immer alles zur Sprache: Wer zusätzlich einen anonymen Raum schafft, in dem Wünsche/Kritik gesammelt werden und diese auch umsetzt, meistert wahrscheinlicher auch die Kunst einer guten und erfolgreichen Unternehmenskultur.


4. Beitritt in einen Nachhaltigkeitsverband

Der Beitritt in einen Nachhaltigkeitsverband, wie dem BNW ist immens wichtig: Der Verband wird dabei unterstützt, wichtige Impulse für mehr Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit in der Politik zu geben. Andererseits entsteht ein wertvoller Erfahrungsaustausch zur Nachhaltigkeit, von dem alle lernen können. Zudem ist die Glaubwürdigkeit des Engagements nicht zu unterschätzen, die durch die Mitgliedschaft entsteht.

5. Einfach machen!

An dieser Stelle möchten wir dazu ermutigen, sich auszuprobieren. Selbst Vorreiter der Nachhaltigkeit wie Vaude haben viele Erfahrungen gemacht und sehen die eigene nachhaltige Transformation als dauerhaften „Work in Progress“ an. Ausprobieren, Beteiligen und Kommunikation sind dabei das A und O. Eine ehrliche Kommunikation über den (Lern)Prozess zur Nachhaltigkeit ist aus unserer Sicht zudem die glaubwürdigste Art und Weise, sich zur Nachhaltigkeit zu positionieren.

Von den Quick-Wins über den Nachhaltigkeits-Audit und Strategie bis hin zur Kommunikation: Wir bei der Von Westfalen Unternehmensberatung begleiten Unternehmen mithilfe von Fördermitteln auf diesem Weg!