Ein Gastbeitrag von Susanna Mur, Mitgründerin von BNW-Mitglied GuudCard.

Nachhaltigkeit und deren Umsetzung ist für viele Unternehmen in den letzten Jahren ein Fokusthema geworden. Doch bei all den Maßnahmen wird ein Bereich mit besonderer Hebelwirkung dabei häufig übersehen: Das Personalmanagement. Genau dieses sitzt allerdings am Lenker, wenn es um die erfolgreiche Entwicklung, Umsetzung und Verankerung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Unternehmen (und darüber hinaus) geht.

Warum sollte sich das Personalmanagement mit Nachhaltigkeit beschäftigen?

Nachhaltigkeitsstrategien in Unternehmen bleiben wirkungslos, wenn sie nicht von Mitarbeitenden umgesetzt werden. Daher kommt dem Faktor Mensch und damit auch dem Personalmanagement, das am nächsten an den Menschen im Unternehmen sitzt, eine Schlüsselfunktion für die Erreichung unternehmensweiter Nachhaltigkeitsziele zu. Zudem wirkt hier ein gestiegenes Umweltbewusstsein und Werteorientierung von Mitarbeitenden und Talenten. Dies wird nämlich auch von (potentiellen) Arbeitgeber:innen gefordert: so finden 83 % der Arbeitnehmer:innen, ihr Unternehmen engagiere sich nicht genug für Klimaschutz[1] und 70% würden einem Unternehmen, das ihnen die Möglichkeit bietet, zu sozialen oder ökologischen Themen beizutragen, eher die Treue halten[2]. HR-Verantwortliche sind in der einzigartigen Position, Mitarbeitende zu nachhaltigem Handeln zu befähigen, damit positive Effekte auf Mitarbeitendenbindung und Employer Branding zu erreichen und gleichzeitig einen Beitrag zur Nachhaltigkeit des Unternehmens zu leisten.

Wie kann Nachhaltigkeit im Personalmanagement umgesetzt werden?

Nachhaltiges People & Culture Management umfasst Aspekte und Aktivitäten in allen Bereichen des Personalmanagements, die darauf ausgerichtet sind, gemeinsam mit Mitarbeitenden die ökologische und soziale Nachhaltigkeit von Unternehmen zu steigern.
Dabei macht es Sinn, mit einer Bestandsaufnahme zu starten – was ist das Verständnis von Nachhaltigkeit im Unternehmen, welchen Stellenwert hat das Thema und werden bereits Maßnahmen umgesetzt?
Um geeignete Maßnahmen und Aktivitäten zu finden, sollte anschließend auch definiert werden, auf welche Aspekte und Bereiche der Nachhaltigkeit das Unternehmen sich fokussieren will. Dafür können beispielsweise Frameworks wie die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, der Deutsche Nachhaltigkeitskodex oder die Gemeinwohlmatrix genutzt werden.
Basierend darauf können anschließend konkrete Maßnahmen für nachhaltiges Personalmanagement abgeleitet werden. Dabei muss nicht gleich die gesamte Strategie umgeworfen werden – auch kleine Schritte führen zu (nachhaltigem) Erfolg!

Potentielle Bereiche für Nachhaltigkeitsmaßnahmen im HR sind:

  • Rahmenbedingungen schaffen, z.B. über Richtlinien für Dienstreisen, Müllvermeidung und -trennung oder vegetarische (Optionen in der) Kantine.
  • Bewusstsein und Kompetenz erzeugen, z.B. über die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in Fortbildungsmaßnahmen oder Team-Events.
  • Partizipationsmöglichkeiten bieten, z.B. über Green Teams oder ein Vorschlagswesen für Nachhaltigkeitsideen.
  • Anreize setzen, z.B. über die Verbindung von flexiblen Gehaltsbestandteilen mit ökologischen Zielen oder nachhaltigen Benefits wie die Sachbezugskarte GuudCard oder Dienstradleasing.
  • Engagement sichtbar machen, indem die Unternehmenswerte, Nachhaltigkeitsziele und -maßnahmen nach innen und außen kommuniziert werden.

Eine Übersicht über diverse Maßnahmen, von einfach bis aufwändig, findet sich im kürzlich erschienenen Whitepaper von GuudCard. Hier gibt es zudem auch Praxisbeispiele sowie eine Vorstellung der wichtigsten Methoden und Tools zur Definition von Strategie und Zielen.

Quellen:

[1] Acaroglu L. (2020): Future of the Sustainable Workplace
[2] https://www.conecomm.com/research-blog/2016-employee-engagement-study