Viele Unternehmen haben mit den hohen Energiekosten zu kämpfen und fragen sich mit welchen Schritten sich die Preissteigerung abfedern lässt. Wir fassen zusammen, mit welchen Maßnahmen Unternehmen jetzt Energie einsparen können und welche Fördermöglichkeiten und Hilfsangebote bereitstehen.


Wie Unternehmen jetzt Energie sparen können – 5 Maßnahmen

1. Analyse: Energieverbrauch checken
Nur wer seinen Verbrauch kennt, kann an den richtigen Stellen einsparen. Die Analyse des Energieverbrauchs ist deshalb der erste Schritt, um das Unternehmen auf Energieeffizienz umzustellen. Dafür gibt es bereits hilfreiche Tools, beispielsweise das Energiesparkonto. Die Anwendung analysiert den Energieverbrauch, errechnet die Energiebilanz und ermittelt mögliche Energieeinsparpotenziale. Für eine umfangreichere Analyse bietet das BAFA Unterstützung durch Energieberater:innen an. Die Bundesförderung für Energieberatung im Mittelstand leistet dabei eine Übernahme von bis zu 80% der förderfähigen Beratungskosten.

 2. Bewusstsein für Energiesparen schaffen
Standby-Geräte ausschalten, richtiges Lüften, Heizkörper am Ende des Tages herunter drehen: schon kleine Veränderungen im Verhalten können einen großen Beitrag zum Energiesparen leisten. Dafür müssen allerdings alle Mitarbeiter:innen an einem Strang ziehen: Energiesparen muss deshalb als Team-Aufgabe des gesamten Unternehmens wahrgenommen werden. Schulungen und Coachings sind eine Möglichkeit, um Mitarbeitende zu sensibilisieren. Das Unternehmensnetzwerk Klimaschutz der IHK bietet beispielsweise das „Energie-Scout-Programm“ an, das Azubis dazu befähigt, Einsparpotenziale in Betrieben zu identifizieren und Energiesparmaßnahmen anzustoßen.

3. Temperatur und Wärmeerzeugung anpassen
Gasverbrauch senken ist das aktuelle Gebot der Stunde. In vielen Haushalten und Büros fällt der Großteil des Gasverbrauchs aufs Heizen und die Warmwasserversorgung. Heizeinsparungen sind darum ein zentraler Hebel, um Gaskosten zu senken. Hierfür können programmierbare, energiesparend eingestellte Thermostate Abhilfe schaffen. Um die Warmwasserversorgung optimal einzustellen, kann ein hydraulischer Abgleich helfen. Durch die Absenkung der maximalen Wassertemperatur kann ebenfalls Energie gespart werden.

4. Energiefresser auswechseln und Dämmungen vornehmen
Schon kleinere systemische Maßnahmen können den Energieverbrauch erheblich senken. Schnell Strom sparen lässt sich durch den Austausch von Glüh- oder Neonröhren mit LED-Leuchten. Es lohnt sich außerdem einen Blick auf den Energieverbrauch von Geräten mit hoher Laufleistung zu werfen. Entspricht der Kühlschrank oder Kopierer den aktuellen Standards? Durch den Einsatz neuer energieeffizienter Geräte lässt sich hier ebenfalls Strom sparen. Auch ein genauerer Blick auf die Wärmeversorgung lohnt sich. Heizungspumpen etwa, die während der Heizsaison durchgehend laufen, sind versteckte Stromfresser. Auch hier kann sich der Wechsel zu einer Hocheffizienzpumpe lohnen.
Dämmung ist eine weitere Maßnahme, die sich langfristig positiv auf die Wärmeversorgung auswirken kann. Neben umfangreicheren Dämmmaßnahmen an Fassade, Kellerdecke und Dach lässt sich auch durch das Dämmen von Heizungsrohren ein deutlicher Einspareffekt erzielen. Durch die Abdichtung von Türen und Fenstern lässt sich ebenfalls der Energieverbrauch senken. Für gewerbliche Mieter:innen könnte sich hier ein Gespräch mit den Vermieter:innen lohnen: Eine Vielzahl an Energieeffizienz-Maßnahmen wird nämlich staatlich gefördert.

5. Stromlastspitzen senken
Vor allem Betriebe mit einem hohen Energieverbrauch zu Stoßzeiten sollten ihre Stromlastspitzen überprüfen. Beim Energieversorger können Betriebe dafür einen sogenannten Lastgang, das Energienutzungsprofil über einen bestimmten zeitlichen Verlauf, anfordern. Aufbauend auf diesen detaillierten Informationen lässt sich der Energieverbrauch gezielt optimieren. Und das kann sich lohnen, denn: die Netzentgelte bemessen sich an der Höchstlast. Sprich, wer zu Stoßzeiten besonders viel Energie verbraucht, zahlt mehr Entgelte als Betriebe, die energieintensive Geräte zeitversetzt laufen lassen und dadurch niedrigere Spitzen haben.


Welche Fördermittelangebote für Energieeffizienzmaßnahmen gibt es?
Bund, Länder, Kommunen und Versorger bieten Unternehmen verschiedene Fördermöglichkeiten für Investitionen in mehr Energieeffizienz an. Wichtige Anlaufstellen sind beispielsweise die KFW, die dafür Zuschüsse und Kredite vergibt oder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das eine Reihe an Programmen anbietet, um Energieeffizienzmaßnahmen in Unternehmen zu ermöglichen. Doch auch Länder und Versorger stellen verschiedene Angebote bereit. Um herauszufinden, welches Angebot am besten zu den eigenen Anforderungen passt, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) einen Förderwegweiser Energieeffizienz auf den Weg gebracht, der schnell und unkompliziert über passende Förderangebote informiert. Auch Co2Online bietet mit dem FördermittelCheck ein einfaches Tool an, um unter der Vielzahl der Angebote die richtige Fördermöglichkeit zu finden.

Soforthilfe für Unternehmen: Energiespar-Sprechstunde
Wegen der aktuell angespannten Situation hat der BNW gemeinsam mit der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF) und weiteren Unternehmensverbänden in einem gemeinsamen Appell zu ambitionierten Effizienzmaßnahmen aufgerufen. Teil der Verbände-Initiative ist eine kostenlose, virtuelle Energiespar-Sprechstunde für alle Unternehmen. In der Sprechstunde erhalten Firmen individuelle Hilfestellungen von Expert:innen der DENEFF für die Identifikation, Planung und Umsetzung von Energiesparmaßnahmen in ihren Unternehmen.
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