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30% Ökolandbau heißt auch 30% Bio-Verarbeitung und 30% Bio-Forschung

Die Agrar- und Ernährungswende ist hochrelevant mit Blick auf die Klima­neutralitäts­ziele und die Einhaltung der planetaren Grenzen. Der branchenübergreifende Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) unterstützt die Forderungen nach einer umwelt- und klimafreundlichen Landwirtschaft sowie einer nachhaltigen Verteilung der Agrarsubventionen.

SDGs Green New Deal Klimaschutz

Die Agrar- und Ernährungswende ist hochrelevant mit Blick auf die Klima­neutralitäts­ziele und die Einhaltung der planetaren Grenzen. Der branchenübergreifende Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) unterstützt die Forderungen nach einer umwelt- und klimafreundlichen Landwirtschaft sowie einer nachhaltigen Verteilung der Agrarsubventionen.

„Gerade im Kontext der Klimakrise muss die Agrarwende jetzt konsequent vorangetrieben werden. Immer mehr Bäuerinnen und Landwirte wollen Teil der Lösung sein, nicht Teil des Problems,“ kommentiert BNW-Geschäftsführerin Dr. Katharina Reuter die morgen stattfindende Demonstration „Wir haben es satt“.

Ein zentraler Baustein ist das Ziel der Bundesregierung von 30 Prozent Ökolandbau bis zum Jahr 2030, wie auch vom BNW im Vorfeld der Bundestagswahl gefordert. Allerdings: Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es nun konkrete Maßnahmen und Unterstützung für den Ökolandbau. „Wir benötigen eine ambitionierte und verbindliche Zielsetzung für den Bio-Anteil in öffentlichen Kantinen und wirksame Konzepte zur Förderung von Bio in der Außer-Haus-Verpflegung. Nur so werden wir nachhaltiges Essen auf die Teller bringen und gleichzeitig die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigern,“ ist Mathias Kollmann, BNW-Vorstand und Geschäftsführer der Bohlsener Mühle GmbH & Co. KG, überzeugt.

„30 Prozent Ökolandbau heißt auch 30% Bio-Verarbeitung, 30% Bio-Forschung, 30% Wirtschaftsförderung für Bio-Betriebe. Hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit extrem auseinander – bei Forschungsausgaben sind wir beispielsweise derzeit bei lächerlichen 2 Prozent“, ergänzt Reuter.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir setzt sich für eine Abschaffung der Mehrwertsteuer für Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte ein. Dies soll, nach dem Vorbild Spaniens, Verbraucher:innen bei einer gesunden Ernährung unterstützen. Grundsätzlich begrüßt der BNW die Initiative des Ministers: „Die Forderung des Bundeslandwirtschaftsministers über Mehrwertsteuersenkungen Anreize zu setzen, ist gut und hat Potenzial! Die Bundesregierung sollte hier noch größer denken und bei einer Anpassung des Mehrwertsteuersatzes auf Lebensmittel verstärkt Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen. Es kann nicht sein, dass die nachhaltige Hafermilch mit 19 Prozent besteuert wird, konventionelle Kuhmilch hingegen nur mit 7 Prozent,“ so Dr. rer. agr. Katharina Reuter.

Die „Wir haben es satt“-Demonstrationen finden seit 12 Jahren statt. Neben der Demonstration werden auch Kongresse, regionale Veranstaltungen und Tage der Offenen Tür auf Bio-Bauernhöfen organisiert. Viele Mitgliedsunternehmen des BNW unterstützen das Bündnis schon lange und gehen auch am Samstag wieder gemeinsam auf die Straße.

Pressemitteilung als PDF lesen

Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V.

Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin
reuter@bnw-bundesverband.de
+49 178 448 19 91

Agentur Ahnen&Enkel
Kai Weller
weller@ahnenenkel.com