Nachhaltiges Wirtschaften braucht entsprechende politische Rahmenbedingungen. Wir geben Impulse für eine umweltorientierte Förder-, Steuer- und Abgabenpolitik, für eine ökologisch orientierte Beschaffungs- und Investitionspolitik und eine sozial nachhaltige Wirtschaftspolitik.
Seit 1992 ist der BNW die politische Stimme für nachhaltige Wirtschaft und setzt sich für Umwelt- und Klimaschutz ein. In der politischen Landschaft hat sich seit der Gründung viel getan. Unsere Vision ist es Taktgeberin in Öffentlichkeit und Politik für die sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft zu sein. Folgende Themen stehen dabei im Mittelpunkt unserer politischen Arbeit.
Für die nachhaltige Modernisierung unserer Wirtschaft braucht es politische Leitplanken. Der eingeschlagene Pfad der Dekarbonisierung der Unternehmen, die Chance auf ökologische Innovationen und die Achtung sozialer Nachhaltigkeitsprinzipien müssen konsequent weiterverfolgt werden. Die nachhaltige Modernisierung ist heute eine Standortfrage, hier darf Deutschland nicht den Anschluss verlieren. Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) formuliert für den kommenden Koalitionsvertrag zehn zentrale Punkte, die für eine nachhaltige Modernisierung von der nächsten Bundesregierung umgesetzt werden müssen.
Vor allem in den Bereichen Energie, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft fordert der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) eine umfassende Überprüfung und Neuausrichtung der Subventionspolitik. Dabei ist es entscheidend, klimaschädliche Subventionen gezielt abzubauen. So können neue Haushaltsspielräume geschaffen und die Modernisierung der Wirtschaft gefördert werden.
Eine ambitionierte CO2-Bepreisung ist eines der Schlüsselinstrumente zur Modernisierung und Dekarbonisierung der Wirtschaft. Um aber mittel- und langfristig gesellschaftliche Unterstützung für diesen Veränderungsprozess zu sichern, ist die schnelle Einführung eines sozialen Ausgleichs unabdingbar. Ohne den Ausgleich schwindet die Akzeptanz für Klimaschutz und die angestrebten Nachhaltigkeitsziele werden verfehlt. Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) plädiert deshalb nachdrücklich für die Einführung des Klimageldes.
In der Debatte um eine Reform der Schuldenbremse gibt es viele Modelle, die von unterschiedlichen Akteuren vorgeschlagen und diskutiert werden. Diese reichen von einer Abschaffung der Schuldenbremse bis hin zu einer Erhöhung der erlaubten Neuverschuldung.
Der BNW tritt für eine Ergänzung der aktuellen Bestimmungen durch diese Elemente ein:
Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft fordert in einem Positionspapier ambitionierte Rahmenbedingungen für zirkuläres Wirtschaften. Dabei spricht sich der Verband dafür aus, Potenziale für innovative, zirkuläre Materialien zu heben und den Einsatz von recycelten und nachwachsenden Rohstoffen zu forcieren. Rahmenbedingungen für zirkuläre Geschäftsmodelle und Maßnahmen zur Verlängerung der Produktlebensdauer müssen verbessert werden. Zusätzlich müssen Digitalisierung und die Transparenz für Verbraucher:innen vorangetrieben werden.
Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft fordert in einem Inputpapier die Transformation zu einer zirkulären Chemieindustrie. Dabei spricht sich der Verband für den verstärkten Einsatz von nachwachsenden und recycelten Rohstoffen und der Beendigung fossiler Fehlanreize aus.
Der BNW fordert die Bundesregierung auf, die von der EU vorgegebene Umsetzung von Energy Sharing in Deutschland anzugehen. Energy Sharing ist ein Akzeptanzbooster für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und trägt zu stabilen Energiekosten, auch und gerade für die wichtige mittelständische Wirtschaft, bei.
Positionspapier Energy Sharing
Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft fordert eine politische Rahmensetzung, die gleiche und faire Wettbewerbsbedingungen, ein sogenanntes Level Playing Field, für nachhaltiges Wirtschaften schafft.
Positionspapier Level Playing Field
Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag, dem Bundesklimaschutzgesetz und ihrer Nachhaltigkeitsstrategie zu nachhaltiger öffentlicher Beschaffung verpflichtet. Beschaffungs- und Vergabestellen von Bund, Land und Kommunen bleiben jedoch bei der Umsetzung der geltenden Regelungen und Vorschriften zu nachhaltiger Beschaffung stark hinter den Erwartungen zurück. Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) fordert deshalb die konsequente Umsetzung der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung auf allen Verwaltungsebenen.
Der kluge Einsatz von grünem Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Damit Wasserstoff einen wirklichen Beitrag zu Klimaneutralität und der sozial-ökologischen Transformation leisten kann, braucht es allerdings entsprechende politische Rahmenbedingungen.
Damit die Wirtschaft insgesamt und flächendeckend ihren Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen leisten kann, braucht es politische Klarheit, umfassende Berichtspflichten und eine neue Qualität im Reporting. Der BNW und B.A.U.M. (das Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften) unterstützen das Konzept der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) dessen ambitionierte Umsetzung in nationales Recht und ermutigt die Bundesregierung die Anwendung der ESRS, sobald sie da sind, durch eine Kampagne vergleichbar mit der Einführung des staatlichen Bio-Siegels zu unterstützen.
Sustainable Finance und CSRD: Progressive Wirtschaft zum Maßstab machen (DEU)
Sustainable Finance und CSRD: Making Progressive Business the Benchmark (ENG)
Wir sind uns einig, dass die Verbraucher beim grünen Übergang zu einer CO2-neutralen und integrativen nachhaltigen Wirtschaft eine entscheidende Rolle spielen, indem sie verantwortungsbewusst konsumieren und ihre Kaufentscheidungen in Kenntnis der Sachlage treffen. Die Hersteller reagieren nicht nur auf die Verbrauchernachfrage, sondern gestalten sie auch durch die angebotenen Produkte und die Art und Weise, wie diese vermarktet werden.
Ecopreneur.eu - der Europäische Verband für nachhaltiges Unternehmertum - und seine sieben Mitgliedsorganisationen fordern die EU auf, die jüngsten Vorschläge der Europäischen Kommission für eine nachhaltige Unternehmensführung und eine verpflichtende menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflicht, die nicht weit genug gehen, zu verstärken und ohne weitere Verzögerung zu verabschieden.
Verbindliche Regelungen zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht
Als europäischer Verband nachhaltiger Unternehmen ist Ecopreneur.eu davon überzeugt, dass die Zukunft in einer nachhaltigen Wirtschaft liegt, die kohlenstoffarm, zirkulär und integrativ ist. Recycling ist der Schlüssel für die Kreislaufwirtschaft. Kreislaufwirtschaft ist eine der Optionen, die auf dem Tisch liegen. Wir erkennen zwar sein Potenzial als Zukunftstechnologie für die Kreislaufwirtschaft an, plädieren jedoch dafür, die Entwicklung des chemischen Recyclings nur dann zu unterstützen, wenn es netto kohlenstoffpositiv ist, für ansonsten nicht verwertbare Rückstände verwendet wird, ein Höchstmaß an Qualität aufweist, skalierbar ist, die Kosten die Abfallhierarchie widerspiegeln und mit folgenden Maßnahmen einhergeht gleiche Unterstützung für KMU bei der Kreislaufgestaltung.
Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. fordert mit seinen 120 Berliner Mitgliedsunternehmen dabei die nachhaltige Wirtschaft verstärkt in den Blick zu nehmen und Berlin zum Hotspot der nachhaltigen Wirtschaft zu machen. So werden die bereits existierenden Standort-vorteile Berlins genutzt, die sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft in Richtung Klima-neutralität vorangetrieben und weitere Fachkräfte sowie Startups und Unternehmen angezogen.
Berlin in 9 Schritten zum Hotspot der nachhaltigen Wirtschaft machen
Der gesellschaftliche Mehrwert einer ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft ist offenkundig: Sie bietet Klima- und Umweltschutz, sichere und gutbezahlte Ausbildungs- und Arbeitsplätze sowie Gesundheit für Mensch und Tier. Die Bürger:innen in Deutschland wissen das zu schätzen. Nicht zuletzt deswegen, wächst die Nachfrage nach Bio-Produkten kontinuierlich und überdurchschnittlich. Dennoch braucht es eine politische Flankierung, um die Transformation hin zu einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft weiter voranzutreiben.
Die Bundesregierung agierte – im Vergleich zur Europäischen Union, die z.B. mit ihrer Farm-to-Fork-Strategie vorangeht, aber auch zu vielen Landesregierungen, etwa in Baden‑Württemberg – sehr zaghaft. Dabei muss gerade auf Bundesebene in diesen Fragen viel mehr passieren. Daher fordern wir von der kommenden Bundesregierung eine umfassende Strategie zur Förderung der nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft in Deutschland. Der vorliegende 10-Punkte-Plan soll als Grundlage dafür dienen.
10-Punkte Plan für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft
Gemeinsam mit der Klima-Allianz haben wir während der Corona-Pandemie 2020 einen Forderungskatalog an die demokratischen Parteien veröffentlicht.
Der BNW spricht sich klar für eine gesetzliche Regelung der unternehmerischen Verantwortung für die gesamte Lieferkette aus. Zukunftsfähiges Wirtschaften kann nur mit Blick auf für die gesamte Wertschöpfungskette als nachhaltig erachtet werden. Sorgfaltspflichten für den Schutz von Arbeitnehmer:innen sowie Selbständigen, die Teil der Wertschöpfungskette sind, soziale Mindeststandards aber auch der Schutz der Umwelt müssen einen gesetzlichen Rahmen bekommen. Unternehmen sind für ihre Lieferketten verantwortlich und müssen auch hierfür haftbar gemacht werden.
Lieferkettengesetz: Mittelstand fordert Regeln für menschenrechtliche Sorgfaltspflichten
In dem Papier betonen BNW und BDE die massiven Effekte, die eine konsequente Circular Economy schaffen könne, um die Ziele des Pariser Klimaabkommen zu erreichen. Auch in der Rohstoffversorgung Deutschlands leiste die Kreislaufwirtschaft aus Sicht der Verbände einen wichtigen Beitrag. So verringere die Kreislaufwirtschaft durch die Produktion von Recyclingrohstoffen die Abhängigkeit von Drittstaaten in der Rohstoffversorgung. Zudem schaffe sie durch hochwertige Aufbereitung nachhaltige Arbeitsplätze und generiere so eine zukunftsfähige Wertschöpfung.
10-Punkte-Plan für Kreislaufwirtschaft: BNW und BDE starten Initiative
Gemeinsam mit der Klima-Allianz haben wir zum Bundestagswahlkampf 2021 einen Forderungskatalog an die demokratischen Parteien veröffentlicht.
Der 5-Punkte-Plan „Finanzwende jetzt“ richtet sich mit konkreten politischen Forderungen an die Bundesregierung, darüber hinaus werden aber auch Hebel formuliert, die in den Unternehmen selbst liegen. UnternehmensGrün arbeitet mit seinen Mitgliedsunternehmen, die Expertise in den Bereichen sustainable finance und true cost accounting haben, seit vielen Jahren an Themen wie nachhaltige Finanzwende oder wahre Preise – und bringt diese Themen auch immer wieder in die Öffentlichkeit.
Der BNW fordert die Bundesregierung auf, die schnelle Einführung einer aufkommensneutralen, sozialen CO2-Abgabe in Deutschland sicher zu stellen. Denn im Gegensatz zu konservativen Verbänden sieht der BNW in einer weiteren Verzögerung beim Klimaschutz mehr Schaden als Nutzen – gerade auch für die Wirtschaft.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz hängen maßgeblich mit dem Mobilitätssektor zusammen – insbesondere mit dem motorisierten Individualverkehr in Form des Autos. Eine Verbindung aus ÖPNV, Fuß- und Radverkehr dagegen kann gleichzeitig die lokale und globale Umweltbelastung verringern und macht Städte inklusiver, gesünder und lebenswerter.
Jede:r zehnte Deutsche ist selbstständig und die Anzahl insbesondere der Soloselbstständigen steigt stetig. Insgesamt aber ergibt sich ein negativer Gründungssaldo: Die Neugründungen reichen nicht aus, um die Liquidationen auszugleichen. Dabei sind Selbstständigkeit und Unternehmergeist wichtige Treiber von Innovation. Der BNW macht Vorschläge, wie neue Freiräume für den Sprung in die Selbstständigkeit geschaffen werden und dadurch die Anzahl von Gründungen steigen könnten.
Selbstständigkeit fördern – Innovationen & Start-ups stärken
Großkonzerne bestimmen immer mehr das Bild der Weltwirtschaft. In vielen Branchen ist der Anteil der vier größten Konzerne am Marktumsatz seit 1997 um 30 Prozent gestiegen. Die Marktanteile der Großkonzerne wachsen stetig und damit auch ihre Gewinne und Profitraten. Solche Monopole und marktbeherrschende Firmenstrukturen beuten Märkte, Ressourcen und Gesellschaften aus, korrumpieren die Politik und hemmen Innovationen und Wettbewerb.
Fusionen stoppen, Kartelle vermeiden, Konzernmacht begrenzen
Gemeinsam mit der Klima-Allianz haben wir zu den Koalitionsverhandlungen 2017 einen Forderungskatalog an die demokratischen Parteien veröffentlicht.
Wir sind überzeugt davon, dass eine neue Sozial- und Wirtschafspolitik Antworten auf die drängenden Herausforderungen unserer Zeit liefert. In den Betrieben der Mitgliedsunternehmen des BNW werden viele alternative Ansätze bereits umgesetzt, wir tragen beispielhaft zur Integration bei und können daraus eine Reihe von Ideen für ein besseres Miteinander ableiten.
In der aktuellen Zuwanderungsdebatte gibt es einen breiten Konsens darüber, dass die möglichst schnelle Integration möglichst vieler Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt zentral ist, um die Situation der Geflüchteten zu verbessern und langfristig Integration erfolgreich zu gestalten.
Grundsätzlich soll ein Besteuerungssystem Einnahmen für die Ausgaben des Staatswesens erzielen, aber auch politischen Zielsetzungen, wie z.B. Umverteilung, Förderung von Familien, Bildung, Kultur etc., gerecht werden. Eine Überfrachtung des Steuersystems mit einer Vielzahl von Zielen überfordert jede Systematik und schafft Umgehungstatbestände und zusätzlichen Erklärungs- und Prüfaufwand für den Staat und die Steuerpflichtigen selbst.
Steuern 2020. So geht schlanke Steuerpolitik für kleine und mittlere Unternehmen
Zusammen mit der Klima-Allianz haben wir 2015 unsere Forderungen rund um die EU-Klima- und Energieziele an die damalige Umweltministern Hendricks, sowie den damaligen Wirtschaftsminister Gabriel gesendet.
Ecopreneur.eu, der europäische Zusammenschluss nachhaltiger Unternehmensverbände, spricht sich gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA aus, einschließlich des dort ausgehandelten Investitionsschutzabkommens (ISDS).
Eine moderne Selbstverwaltung der Wirtschaft muss den Kammerzwang in Frage stellen. Es entspricht dem Wesen der Wirtschaft über den Wettbewerb immer wieder zu Kreativität und Innovation zu finden. Eine wirtschaftliche Selbstverwaltung, die sich diesem Wettbewerb über den Kammerzwang und den Gebietsschutz der abgeschotteten Kammerbezirke nicht stellt, wird den eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Für Politik und Kammern impliziert das den Auftrag, ihre Tätigkeit neu zu strukturieren und den Weg zu einer freiwilligen Mitgliedschaft zu bereiten.
Selbstverwaltung der Wirtschaft: Freiwilligkeit im Kammerwesen
Die unterzeichnenden Organisationen fordern die Bundesregierung und den Bundestag dazu auf, Industrieausnahmen wie im Wahlkampf angekündigt auf das notwendige Maß zu reduzieren und so eine gerechtere Verteilung der EEG-Umlage zu erreichen. Dazu sollten die Rabatte bei der EEG-Umlage auf stromintensive Unternehmen begrenzt werden, die im starken internationalen Wettbewerb stehen. Darüber hinaus muss auch Eigenstrom aus ineffizienten, klimaschädlichen Kraftwerken an den Kosten beteiligt werden.
EEG-Novelle: Gerechte Kostenverteilung statt Industriesubventionen
Zwischen der EU und den USA finden geheime Verhandlungen zum Schutz internationaler Investitionen statt. Die bislang bekannt gewordenen Eckpunkte führen zu einer Bevorzugung von internationalen Konzernen bei der Durchsetzung ihrer Investitionsinteressen zu Lasten von Staaten, die den Gesundheitsschutz, den Umweltschutz oder ihre sozialen Standards erhöhen wollen und damit Investitionsinteressen beeinträchtigen.
Der BNW schlägt einen bundeseinheitlichen Mindestlohn mit regionaler Spannenklausel vor. Bundesregierung und Bundestag sollten hierbei ihre Gesetzgebungskompetenz nur für die Festlegung eines Korridors nutzen.