„The Cost of doing nothing“ – Wie bcause dem Stiften neues Leben einhauchen will
„Das alte Geben ist in einer Krise. Seit letztem Jahr spenden erstmals weniger als die Hälfte der Deutschen. Menschen mit hohem Einkommen geben prozentual nur halb so viel wie alle anderen", so Felix Oldenburg, CEO von bcause. Besonders dramatisch: „Nimmt man die Entwicklung privater Vermögen zum Maßstab, hätten 2024 ca. 30 Milliarden Euro mehr gemeinnützig gestiftet werden können."
Das Vermögen wächst, die Spenden schrumpfen
Während das Vermögen wächst, nehmen die Spenden ab. Die UNO verzeichnet 2025 die niedrigste Spendensumme des letzten Jahrzehnts. Die spürbaren Folgen: Der Hunger hat zugenommen, die Gesundheitssysteme sind stark belastet, das Bildungswesen hat sich verschlechtert. Für Oldenburg ist das Ausdruck des ‚cost of doing nothing': „Wir übersehen oft die Folgekosten unbewältigter Probleme. Im Bereich des Klimawandels ist das besonders gut dokumentiert: Wer heute nicht handelt, zahlt morgen drauf – finanziell und gesellschaftlich."
Der Wille ist da
Der Wille zur Lösung ist da – das ist der Gründungsgedanken hinter bcause. „Wir glauben, die nächste Generation – von Privatpersonen und Unternehmen – will Verantwortung übernehmen. Doch sobald es konkret wird, beginnen die Hürden: „Zu oft wird direkt zu einer eigenen Stiftung geraten", erklärt Oldenburg. „Dafür braucht es hohes Mindestkapital – meist ab 50.000 Euro –, zusätzliches Personal, Jahresabschlüsse, rechtliche Beratung. Das Ergebnis: Viele Vorhaben bleiben in der Planungsphase stecken oder werden auf später verschoben."
Dabei braucht es in vielen Fällen gar keine eigenständige Stiftungsstruktur. bcause macht das Stiften für alle zugänglich: Privatpersonen und Unternehmen können sich in wenigen Klicks an der bestehenden gemeinnützigen bcause Treuhandstiftung beteiligen – mit allen Vorteilen einer eigenen Stiftung, aber ohne den Aufwand.
Eine Bedingung: Gemeinnützigkeit
Das Prinzip von bcause ist einfach. Nutzer:innen richten ihre persönliche Foundation ein, zahlen einen Betrag in beliebiger Höhe ein und erhalten eine Spendenquittung. Einmal eingezahlt, kann das Geld entweder direkt an gemeinnützige Organisationen gespendet, oder alternativ angelegt werden. Dann wächst die Spende, bevor sie weitergegeben wird. Am Ende aber landen alle Einzahlungen bei bcause in den Händen gemeinnütziger Träger.
Mit der Möglichkeit die eigene Spende öffentlich zu machen, sollen noch mehr Menschen von guten Projekten erfahren und das „Neue Geben“ hinter bcause an Fahrt aufnehmen. „Man braucht keinen Anwalt, keinen Steuerberater, keine Verträge, und man bleibt komplett flexibel", fasst Oldenburg zusammen. „Und im Gegensatz zu klassischen Stiftungen können Förderschwerpunkte jederzeit angepasst werden."
Eine gute Möglichkeit - auch für Unternehmen
Die Plattform steht nicht nur Privatpersonen offen, auch Unternehmen können sich am „Neuen Geben“ beteiligen. So macht ein Unternehmen beispielsweise sein Engagement für sauberes Trinkwasser und weniger Plastikverschmutzung über die Plattform transparent. Ein anderes spendet für jedes verkaufte Produkt ein Jahr Elektrizität für einen Haushalt im Senegal. Mit Bcause wird dieses Engagement transparent, nachvollziehbar und für die Unternehmen unkompliziert abgewickelt.
Letztlich geht es für bcause aber auch darum, nicht nur andere Unternehmen zum mitmachen zu bewegen. Die Plattform will auch selbst vorangehen. „Wir finden, es gehört zur unternehmerischen Verantwortung, sich für nachhaltige Politik einzusetzen.“ Seit 2025 ist bcause daher Mitglied im BNW. „Wir freuen uns über jede Synergie, die hier entsteht", so Oldenburg weiter. „Und natürlich stehen wir bereit, wenn Unternehmen Unterstützung bei der Umsetzung ihres philanthropischen Engagements brauchen."