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traceless schreibt Industriegeschichte

Der BNW gratuliert seinem Mitglied traceless materials GmbH zur Eröffnung der ersten Großproduktionsanlage. Die Anlage ist ein wichtiger Schritt, um die Materialtechnologie des Unternehmens zu skalieren und so Plastikverschmutzung sowie die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern durch konsequente Kreislaufwirtschaft zu verringern. 

Mitgliedsunternehmen Kreislaufwirtschaft
Eröffnungszeremonie vor der traceless Produktionsanlage, mit dem traceless Inbetriebnahme Team und Gästen, in der Mitte: v.l.n.r. Dr. Boris Ewenstein, Jakob Röskamp, Katharina Fegebank, Dr. Anne Lamp, Carsten Schneider, Sina Spingler, Dr. Michael Otto, Marko Schuster, Jonna Clasen - ©Jonas Walter

Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. gratuliert seinem Mitgliedsunternehmen traceless materials GmbH herzlich zur Eröffnung seiner ersten Großproduktionsanlage in Hamburg-Harburg. Was als Vision der Gründerin Dr. Anne Lamp begann, innovative Materialien auf Basis natürlicher Polymere aus dem Labor in die Industrie zu bringen, ist nun nicht nur gelebte Praxis, sondern erreicht mit der Eröffnung der Demonstrationsanlage einen wichtigen Meilenstein in der Skalierung des innovativen Geschäftsmodells. Die feierliche Eröffnung am 13.05. wurde von hochrangigen Gästen begleitet, darunter Bundesumweltminister Carsten Schneider. 

Die neue Anlage auf 4.000 Quadratmetern vereint Produktion, Vertrieb, Technologieentwicklung und Logistik unter einem Dach. Mit einer Kapazität von 3.000 Tonnen traceless®-Material pro Jahr beliefert das Unternehmen bereits namhafte Kund:innen wie u.a. BNW-Mitglied OTTO. 

Auch BNW-Geschäftsführerin Prof. Dr. Katharina Reuter war bei Eröffnung in Hamburg vor Ort und berichtet: „Wir sind begeistert von der Innovationskraft unseres Mitgliedsunternehmens traceless. Mit dieser Anlage schafft Anne Lamp und ihr Team die weltweit ersten industriellen Produktionskapazitäten für thermoplastische Naturpolymere, die direkt als Kunststoffersatz eingesetzt werden können. Das ist genau die Art von Unternehmertum, die wir brauchen."

Das Hamburger Scale-up denkt Kreislaufwirtschaft seit 2020 konsequent vom Rohstoff bis zur Entsorgung. Traceless hat es sich zum Ziel gemacht, mit ihrem Geschäftsmodell die weltweite Plastikverschmutzung einzudämmen, fossile Abhängigkeiten zu beenden und eine zirkuläre Bioökonomie in Europa aufzubauen. So verarbeiten sie pflanzliche Reststoffe der Agrarindustrie zu einem innovativen Material, das als natürlicher Plastikersatz verwendet werden kann. Der Prozess basiert so auf nachwachsenden Rohstoffen und ermöglicht lokale Lieferketten. Die Bilanz spricht für sich: 91% weniger CO₂-Emissionen in Herstellung und Entsorgung im Vergleich zu herkömmlichem Kunststoff.

Im Detail sieht der Prozess so aus: Das Unternehmen nutzt ein spezielles Extraktionsverfahren, um natürliche Polymere – wie Cellulose, Lignin, Stärke oder Proteine – aus pflanzlichen Reststoffen zu gewinnen, ohne deren natürliche Struktur zu verändern. Die entstehenden Granulate sind vollständig biobasiert, heimkompostierbar und per Definition kein Plastik. Mit ihren thermoplastischen Eigenschaften ermöglichen sie eine Verarbeitung mit industriellen Standardverfahren und werden damit zum idealen Kunststoffersatz genau dort, wo konventionelle Kunststoffe problematisch sind: in Einwegprodukten und Verpackungen oder in Papierbeschichtungen und Klebstoffen, wo technisches Recycling an seine Grenzen stößt. traceless schließt damit eine wichtige Lücke in der Kreislaufwirtschaft.