Volkswagen und BNW - Gemeinsam für Menschenrechte
Ein prägender Impuls kam von unserer BNW Vorständin Dr. Antje von Dewitz (Geschäftsführerin von VAUDE), die aufzeigte, was möglich ist, wenn Unternehmen konsequent und partnerschaftlich an ihrer Lieferkette arbeiten. Ihr Anspruch: Lebensfreude schaffen, ohne dabei die Rechte anderer zu gefährden. Grundlage dafür sind langjährige Beziehungen und Vertrauen entlang der Lieferkette. Dass dieser Ansatz wirkt, zeigt ein eindrucksvolles Beispiel: Nach über 15 Jahren intensiver Zusammenarbeit ist es VAUDE gelungen, vollständig aus PFAS auszusteigen.
Auch auf den Panels wurde klar: Die Debatte rund um Lieferketten muss sich weiterentwickeln. Es geht längst nicht mehr um das „Ob“, sondern um das „Wie“ der Umsetzung. Viele Unternehmen sind bereits aktiv und investieren in ihre Lieferketten – nun braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, die dieses Engagement unterstützen statt ausbremsen. Gleichzeitig wurde die Bedeutung einer stärkeren europäischen Harmonisierung betont sowie der Wunsch nach mehr Raum für offene, ehrliche Diskussionen – auch über Herausforderungen und Lernprozesse.
Ein weiterer zentraler Punkt: Sorgfaltspflichten sind kein „Bürokratiemonster“, sondern ein strategischer Hebel. Denn Unternehmen profitieren – durch mehr Transparenz, stabilere Partnerschaften vor Ort, frühzeitige Risikoerkennung und resilientere Lieferketten. Praxisbeispiele zeigen zudem, dass sich die Situation von Menschen entlang der Lieferkette verbessert: So saß etwa ein Gewerkschaftsvertreter aus Bangladesch dank des Lieferkettengesetzes erstmals mit am Verhandlungstisch.
In den praxisnahen Workshops wurde deutlich, worauf es bei der Umsetzung ankommt: Menschenrechtliche Sorgfalt entfaltet ihre Wirkung dann, wenn sie nicht als reines Reporting verstanden wird, sondern als kontinuierlicher, risikobasierter Prozess fest in Unternehmensstrukturen verankert ist. Genau darin liegt auch ihr strategischer Mehrwert.
Die Konferenz hat gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Wirtschaft und Politik ist – gerade in Zeiten, in denen Sorgfaltspflichten politisch unter Druck geraten. Jetzt braucht es mehr Öffentlichkeit, mehr Dialog und mehr Mut zur ehrlichen Debatte. Denn nur so entstehen tragfähige Lösungen.
Unser Fazit: Gute Lieferketten sind nicht nur ethisch geboten, sondern auch ökonomisch sinnvoll – und ein entscheidender Baustein für die Zukunftsfähigkeit europäischer Unternehmen.
Vielen Dank an Volkswagen für die tolle Zusammenarbeit, an alle Panelist:innen, Workshopleitenden und an das Publikum für die spannenden Fragen!