Rentenreform 2026: Sicher heißt nachhaltig anlegen
„Die Rente muss sicher sein. Fossile Geschäftsmodelle sind angezählt und keine Zukunftsinvestition. Daher gilt: Sicherheit bedeutet für die kapitalgedeckte Rente vor allem zukunftsfähiges Anlegen. Wer die Mittel der neuen Kapitalsäule in Unternehmen investiert, die auf fossile Geschäftsmodelle setzen, nimmt regulatorische, ökonomische und physische Risiken in Kauf, die kein verantwortungsvoller Treuhänder eingehen sollte“, so Prof. Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Nachhaltige Wirtschaft.
Der IPCC und führende Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren bei Fortschreibung fossiler Wirtschaftsweisen BIP-Einbrüche, die weit über jede Finanzmarktkrise der Vergangenheit hinausgehen. Gleichzeitig werden ganze Bereiche – von Küstenimmobilien bis zu Ernteertragsversicherungen – für die klassische Versicherungswirtschaft schlicht nicht mehr kalkulierbar. Klimarisiken sind Finanzrisiken. Wer das ignoriert, gefährdet die Zukunft der Rente.
Nachhaltigkeitskriterien gesetzlich festlegen
Der BNW fordert daher, dass für die Mittel der neuen Kapitalsäule klare Nachhaltigkeitskriterien gesetzlich verankert werden: orientiert an der EU-Taxonomie können die Beiträge zur künftigen Kapitalrente gezielt in zukunftsfähige Wirtschaftsmodelle gelenkt werden – in Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und klimaresistente Infrastruktur. Das ist echte treuhänderische Vernunft.
„Die Rentenreform ist eine Chance, Altersvorsorge und Wirtschaftsmodernisierung zusammenzudenken", so Reuter weiter. „Wer das Kapital der neuen Altersvorsorge in fossile Strukturen steckt, setzt die Sicherheit zukünftiger Rentnerinnen und Rentner aufs Spiel. Wer es hingegen nachhaltig anlegt, sorgt dafür, dass die Rente sicher ist – und finanziert gleichzeitig die Wirtschaft von morgen." Ausgeschlossen sind für den BNW zudem Investitionen in Tabak- und Glücksspielindustrie sowie Rüstungs- und Waffenproduktion.
Für Transparenz und Unabhängigkeit: Bundesbank als zentrale Verwaltungsstelle
Für die Verwaltung der Mittel spricht sich der BNW klar für die Bundesbank aus. Sie bietet die institutionelle Unabhängigkeit, die regulatorische Expertise und vor allem die Transparenz, die ein öffentliches Mandat dieser Größenordnung erfordert. Alternative Konstruktionen – wie sie mit dem KENFO für die Atomrücklagen gewählt wurden – haben gezeigt, dass öffentliche Kontrolle und Nachvollziehbarkeit von Anlageentscheidungen dort strukturell schwächer ausgeprägt sind. „Transparenz ist Fehlanzeige“, so Reuter. Wer mit dem Geld künftiger Rentnerinnen und Rentner wirtschaftet, muss öffentlich Rechenschaft ablegen und maximal transparent aufgestellt sein.
Öffentlichen Hebel nutzen
Zugleich fordert der BNW, den staatlichen Charakter dieser Mittel ernst zu nehmen: Analog zur öffentlichen Beschaffung – wo Bund, Länder und Kommunen durch ihre Kaufentscheidungen Leitmärkte gestalten können – sollte auch die institutionelle Geldanlage des Staates Innovationen befördern und Standards setzen.