Klimaschutztipps für Unternehmen

Damit Klimaschutzmaßnahmen im Unternehmen erfolgreich umzusetzen, sollten alle Mitarbeitenden mitgenommen und zur Teilnahme motiviert werden. Doch wie kann dies gelingen? Wichtig ist es, den Mitarbeitenden wesentliche Informationen zu den einzelnen Maßnahmen bereitzustellen, zum Beispiel über unternehmensinterne Workshops oder Aushänge. So haben sie die Möglichkeit, sich selbst eine Meinung zu bilden und das neue Wissen auch auf andere Bereiche zu transferieren. Um die Mitarbeitenden einzubinden und die Motivation zur Teilnahme zu erhöhen, könnten sie aktiv nach Vorschlägen gefragt werden. Denn viele Angestellte haben bereits eigene Ideen, die sie gerne im Unternehmen umsetzen möchten.

Klimabilanzen dienen dazu, Einsparpotentiale von Emissionen im Unternehmen zu identifizieren. Dabei werden Daten entlang der Wertschöpfungskette (Scope 1-3) erfasst und ausgewertet. Anhand der errechneten Werte werden Strategien zur Reduzierung der Emissionen entwickelt. Um als Unternehmen klimaneutral zu werden, werden die angefallenen Emissionen über Anbieter wie myclimate oder atmosfair kompensiert. Im Prozess zur Erreichung des Ziels „Klimaneutralität“, sollte immer der folgenden Hierarchie gelten: Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren!

Es gibt verschiedene Unternehmen, die bei der Bilanzerstellung unterstützen. Dazu gehören u.a. die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftethik/Sustaineration, Plan A. Earth, planetly Klimaktiv sowie DO Climate GmbH.

Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft hat für 2019 erstmals eine Klimabilanz erstellt

Ziel Klimaneutralität: UnternehmensGrün e.V. erstellt Klimabilanz 2019 | BNW Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (bnw-bundesverband.de)

Im Verkehrssektor sind im Vergleich zum Jahr 1990 die Treibhausgasemissionen nur um 0,2 % gesunken (Quelle: Umweltbundesamt). Andere Sektoren haben zum Klimaschutz einen weitaus größeren Beitrag geleistet (Energie: -45 %). Was gehört eigentlich zur betrieblichen Mobilität? Neben der Anreise der Mitarbeitenden – inkl. Dienstwagen – und Geschäftsreisen gehört auch die Logistik bzw. der Kundenverkehr dazu. In der betrieblichen Mobilität gibt es einige Stellschrauben, an denen ein Unternehmen drehen kann, um die eigenen Emissionen zu senken.

Dazu können zum Beispiel gehören: Dienstrad statt Dienstwagen, Bahncard statt Inlandsflüge, Jobticket für die Mitarbeitenden, E-Mobilität im Fuhrpark und die Unterstützung von Carpooling bei den Mitarbeitenden.

Ein Beispiel für den emissionsfreien Lieferverkehr bietet das Unternehmen Memo AG: Im Berliner Innenstadtring werden die Lieferungen des Händlers für Bürobedarf per (E-)Lastenrad ausgefahren.

Mittlerweile gibt es viele Energieunternehmen, die „Ökostrom“ anbieten. Doch leider ist dieser Begriff nicht rechtlich geschützt – beim Großteil der Ökostrom-Angebote werden daher einfach überzählige ausländische Zertifikate genutzt, um Graustrom von der Börse, beispielsweise aus Kohlekraftwerken, grün zu waschen und als öko zu vermarkten. Solche Tarife vermeiden somit weder CO2-Emissionen noch bringen sie die Energiewende voran. Dabei hat der Energieverbrauch den größten Einfluss auf unsere Klimabilanz, und der Stromvertragswechsel ist ganz einfach durchzuführen. Pro 10.000 Kilowattstunden Stromverbrauch sparen Erneuerbare Energien gegenüber dem durchschnittlichen deutschen Strommix rund vier Tonnen CO2 im Jahr.

Woran können Unternehmen nun echten Ökostrom erkennen?

Das Umweltbundesamt empfiehlt Anbieter mit dem „Grüner Strom Label“ bzw. dem „ok Power Siegel“. Die dort aufgeführten Anbieter verpflichten sich Strom aus regenerativen Energien (Sonne, Wind und Wasser) zu produzieren und auch in neue Anlagen zu investieren.

Zu den Anbietern echten Ökostroms gehören u.a. die Technischen Werke Schussenthal, die Stadtwerke Müllheim Staufen, Naturstrom AG, Polarstern GmbH, Entega AG und die EWS Schönau.

Auch im Bereich nachhaltige Finanzen gibt es einige Möglichkeiten, ein Unternehmen klimafreundlicher zu gestalten. Ein Beispiel ist die Eröffnung eines Kontos bei einer nachhaltigen Bank. Nachhaltige Banken – in Deutschland sind das die GLS Bank, Umweltbank, Triodos und Ethikbank – haben strenge Richtlinien und verzichten konsequent auf Investments in bestimmte Geschäftsfelder, z.B. Kohle, Gentechnik oder die Spekulation mit Lebensmitteln. Im Gegenzug investieren sie unter anderem in Erneuerbare Energien, regenerative Landwirtschaft und nachhaltige Mobilität.

Mit Investments in Ökofonds (z.B. GreenEffects Naturaktienindex-Werte Fonds), umweltfreundliche Aktien (z.B. LBBW Nachhaltigkeit Aktien) und grüne ETFs (z.B. Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit UCITS ETF) kann außerdem zusätzlich zur Geldanlage bei der Bank aktiv eine nachhaltigere Wirtschaft gefördert werden.

Auch die betriebliche Altersvorsorge kann ökologisch und sozial nachhaltig gestaltet werden. Spezielle Anbieter wie die Hannoverschen Kassen oder die VERKA legen die Gelder ihrer Versicherten in überwiegend Klima- und umweltschutzfördernden Anlagen an und unterstützen dadurch die Transformation der Wirtschaft.

Die Landwirtschaft hat in Deutschland (UBA 2018) einen Anteil von 7,4% an den gesamten Treibhausgasemissionen. Weltweit sind es sogar 14 %. Darunter zählen vor allem die Emissionen aus der Viehhaltung, sowie Düngung und Energieerzeugung. Da die Emissionen in Deutschland seit 1990 lediglich um 20% gesunken sind, gibt es einige Aspekte auf die man achten kann, um zu einer weiteren Reduktion beizutragen. Insbesondere eine pflanzenbetonte Ernährung und das Verhindern von Lebensmittelabfällen kann den Treibhausgasausstoß deutlich vermindern.

Ebenso spielt Regionalität und Saisonalität eine wichtige Rolle, da der Transport und auch die Lagerung und Kühlung von Lebensmitteln, die beispielsweise aus tropischen Regionen kommen, wesentlich energieintensiver ist, als von Nahrungsmitteln, die vor Ort angebaut und verarbeitet werden können. Außerdem müssen Lebensmittel, die direkt aus der Umgebung kommen, meist nicht in Plastik verpackt werden.

Durch einen überwiegend pflanzlichen, regionalen, saisonalen, biologischen und unverpackten Einkauf kann sogar über die Hälfte an Emissionen vermieden werden (UBA CO2-Rechner). Um die Klimabilanz seiner individuellen Ernährungsweise näher zu betrachten eignet sich zum Beispiel der CO2-Rechner des Umweltbundesamtes.

Veraltete Heizungen und überholte Laptops können im Büro schnell zu Energiefressern werden. Es gibt aber eine Vielzahl an Möglichkeiten, um auch hier einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Besonders beim Thema Strom kann durch einen Anbieterwechsel zu echtem Ökostrom, also aus erneuerbaren Energien wie Wasser, Sonne und Wind produziert, ohne viel Aufwand CO2 eingespart werden.

Genauso verhält es sich auch bei den meisten technischen Geräten. Mithilfe von programmierbaren Thermostaten und der Investition in effizientere Kaffee- oder Spülmaschinen, kann eine unnötige Stromverschwendung vermieden werden. Auch durch den Austausch von alten Glühbirnen durch Energiesparlampen und der Verwendung von Schaltbaren Steckerleisten, die in den Stand-by-Modus versetzt werden können, kann das Büro klimafreundlicher gestaltet werden.

Besonders jetzt während der Corona-Pandemie ist auch das Thema „richtiges Lüften“ wieder sehr präsent. Durch Stoßlüften, statt das Fenster dauerhaft auf Kippstellung zu halten, wird Wärme zuverlässig gespeichert und damit wiederum Energie gespart. Durch einen CO2- und Raumtemperaturmesser mit Warnfunktion kann das Raumklima zudem verlässlich überprüft und immer zur richtigen Zeit gelüftet werden.

Ein weiterer Punkt ist außerdem, dass in technischen Geräten eine Menge kostbarer Rohstoffe verbaut sind. Sollte eine Neuanschaffung nötig sein, ist es nicht nur Ressourcen- sondern auch Kostensparend, zuerst zu recherchieren, ob das Gerät auch Second-Hand erworben werden kann. Des Weiteren kann die Benutzung von Papier vermieden werden, in dem Rechnungen und andere Dokumente digital abgelegt und verarbeitet werden.

Sowohl eine nachhaltige Gestaltung von Mobilität und Ernährung als auch der richtige Umgang mit endlichen Ressourcen gehört momentan zu den großen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Das bedeutet aber nicht, dass Klimaschutz nur auf großen Bühnen stattfinden muss. Auch Im Alltag, insbesondere dem Arbeitsalltag im Büro, können Verhaltensweisen und Prozesse hin zu einem umweltfreundlicheren Ansatz optimiert werden.

Das fängt bereits bei der Anfahrt an. Anstatt mit einem Auto nicht nur viel Platz zu verbrauchen, sondern auch Lärm und vor allem Abgase zu produzieren, ist die Anfahrt mit dem ÖPNV oder wenn möglich mit dem Fahrrad oder zu Fuß wesentlich klimafreundlicher.

Beim Thema Ernährung ist es ebenso möglich, durch kleine Justierungen nachhaltiger zu handeln. Zum Beispiel kann man sich zuhause vorbereitetes Essen in einer Aufbewahrungsbox mitnehmen oder wenn man sich Mittagessen-to-go kauft, den Verkäufer bitten, das Essen in die eigene Box anstatt in Einwegplastik zu packen. In vielen Büros gibt es auch Obstkörbe oder kleinere Snacks, die für alle verfügbar sind, dabei achtet man am besten darauf, dass die Lebensmittel ein Bio-Siegel tragen und möglichst unverpackt sind. Bei vielen Dingen kommt man natürlich um Verpackungen nicht herum, darum ist es hier vor allem wichtig den Müll richtig zu trennen, damit ein möglichst großer Teil davon recycelt werden kann.

In vielen Unternehmen sind außerdem Flyer oder Informationsbroschüren unabdingbar geworden. Trotzdem kann der Aspekt der Nachhaltigkeit berücksichtigt werden, in dem vorrangig Recyclingpapier mit dem Siegel „Blauer Engel“ verwendet wird.

Die Klimaschutztipps wurden im Rahmen einer Projektförderung durch die Deutsche Postcode Lotterie erarbeitet und veröffentlicht.

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